Periode und Zyklus erklärt: Wie du jede Phase für dich nutzt

Stimmungsschwankungen, PMS, Krämpfe: Frauen sehen ihrer Periode oft mit wenig Vorfreude entgegen. Dabei hat jede Phase ihre Qualitäten. So kannst du sie nutzen!

Carlotta Koroll

Eine Frau durchlebt durchschnittlich 400 Mal den Menstruationszyklus. Das entspricht etwa 33 Jahren. Auch, wenn wir es im Biologieunterricht bestimmt einmal gelernt haben, wie viele von uns wissen tatsächlich, was jeden Monat in unserem Körper passiert? Und vor allem, wie uns jede Zyklusphase beeinflusst?

Je mehr wir uns mit dem Thema befassen werden, desto erstaunter wirst du vielleicht über deinen eigenen Körper sein. Er ist einfach ein kleines Wunder – und das beweist er dir jeden Monat. Noch ein Grund, mehr über diese Wunder in dir zu erfahren, damit du ihm die Aufmerksamkeit und den Ausgleich schenken kannst, den er braucht. Denn nur du kannst erkennen, wie es dir in den Phasen geht und was du brauchst.

Leider wird der weibliche Zyklus oft eher als Fluch, als als Segen empfunden. Dabei kann unser Zyklus zu einem tollem Ausgleich zwischen Ruhe und Energie, Yin und Yang werden, sobald wir unseren Körper genauer unter die Lupe nehmen. Schon allein das Bewusstsein über unsere aktuelle Zyklusphase erklärt so manch irrationale Entscheidung und heftige Emotion. Denn unser Hormonspiegel von Östrogen, Progesteron und co. ist ständig im Wandel – und damit auch unsere Energie und Stimmung. Mit wachsendem Wissen über unseren Körper entsteht auch mehr Verständnis uns selbst gegenüber. Außerdem haben wir in diesem Artikel für jede Zyklusphase ein paar Tools, die dich in deiner Stimmung unterstützen oder ausbalancieren können.

In diesem ersten Teil des Artikels widmen wir uns den ersten zwei Wochen des Zyklus.

Jede erlebt ihren Zyklus anders

Wir erleben zwar jeden Monat einen ähnlichen Zyklus, aber: Jeder Körper ist unterschiedlich und sehr komplex! Wie du deine Phasen erlebst und was in deinem Körper und in deinem Geist passiert, ist abhängig von vielen Faktoren: Lebensstil, Ernährung, Gene und physische Verfassung: All das und mehr haben ihre Finger im Spiel, wenn es um das Erleben deines Zyklus geht.

Zwar stellen wir dir gleich die Zyklusphasen vor und wie sie deine Hormone beeinflussen, aber vergiss nicht, dass das keine Anleitung ist. Dein Körper ist so individuell: Deine Periode kann für dich die schlimmsten fünf Tage des Monats sein und sich für deine Freundin wie ein Aufschwung anfühlen. Deswegen ist hier besonders Achtsamkeit und kritisches Denken gefragt: Was passt zu meinen Erfahrungen und wo erlebe ich etwas ganz anders?

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Menstruationszyklus: Phasen, Hormone, Stimmung

1. Die Blutung

Tag 1 bis 5

Körper & Hormone

Dein Körper blutet, der Zyklus beginnt – aber warum eigentlich? Im Laufe des Zyklus reift deine Gebärmutterschleimhaut heran, um sich auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten und den Fötus nähren zu können. Wird allerdings keine Eizelle befruchtet, löst sich die Schleimhaut und wird ausgestoßen: in Form von Blut. Um die Schleimhaut abzustoßen, wechselt deine Gebärmutter immer wieder zwischen Anspannung und Entspannung: Das erklärt, warum manche von uns am Anfang ihrer Tage von Krämpfen heimgesucht werden.

Stimmung & Emotionen

Dein Östrogenspiegel ist am Anfang deines Zyklus noch recht niedrig und vielleicht hast du auch Periodenbeschwerden, wie Rückenschmerzen oder Krämpfe. Diese Bedingungen gehen oft mit einem Gefühl der Erschöpfung einher. Aber keine Bange: Im Laufe deiner Blutung beginnt dein Östrogenspiegel zu steigen! Übersetzt: Mit der Zeit fühlst du dich energiereicher, hast mehr Geduld und dein Bedürfnis nach Abenteuer und nach sozialen Erlebnissen steigt langsam wieder an. Östrogen führt außerdem dazu, dass dein Erinnerungsvermögen und deine Lernfähigkeit größer ist und deine Libido, also deine sexuelle Lust, zunimmt.

Selbstfürsorge während der Periode

Während deiner Blutung ist es besonders wichtig, auf eine eisenhaltige Ernährung zu achten, um den Blutverlust auszugleichen. Das mindert die Beschwerden während der Menstruation und verstärkt die positiven Effekte des Östrogens: neue Energie, Glücksgefühle, bessere Konzentration und Lernfähigkeit. Gerade am Anfang deines Zyklus kannst du dir ruhig etwas mehr Zeit für dich nehmen: Lass deinen Körper diesen neuen Zyklus in Ruhe beginnen. Vielleicht magst du dir ein paar Intentionen für die nächsten vier Wochen setzten? Jetzt ist genau die richtige Zeit, um Raum dafür zu schaffen.

Greifst du bei Unterleibsschmerzen auch mal zur Schmerztablette? Meditation hilft langfristig und wissenschaftlich bewiesen gegen Schmerzen. In der 7Mind App findest du einen kostenlosen Grundlagenkurs und im Abo mehrere Kurse, die dich gezielt mit dem Umgang mit Schmerzen unterstützen.

Yogaübungen: Unterstützende Übungen während deiner Menstruation sind die gegrätschte Vorbeuge auf dem Boden (Upavistha Konasana), die Schmetterling-Vorbeuge (Supta Baddha Konasana) oder auch der Schmetterling in der Rückenlage (Supta Swastikasana), gerne mit Unterstützung von Blöcken und Kissen.

2. Das Stimmungshoch

Zweite Woche

Körper & Hormone

Nachdem dein Körper geblutet hat und somit nicht schwanger ist, ist seine Zeit, sich auf die Befruchtung neuer Eizellen vorzubereiten. Das beginnt mit der Bildung eines Follikels, worin jeweils eine noch unentwickelte Eizelle liegt. Durch das Hormon FSH wächst der Follikel heran. In den Follikelwänden wird außerdem Östrogen gebildet. Dein Östrogenspiegel steigt also stetig weiter, wodurch die Gebärmutterschleimhaut wieder neu aufgebaut wird. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität deines Zervixschleims, wodurch Spermien besser reisen können und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bis zum Eisprung am höchsten ist.

Stimmung & Emotionen

Die zweite Woche ist eine tolle Zeit: Dein Östrogenspiegel steigt weiterhin fleißig an, womit alle positiven Effekte der ersten Woche verstärkt werden. Vielleicht fühlst du dich mutiger, selbstbewusster und hast mehr Freude an Herausforderungen. Diese Woche ist nicht nur perfekt, um wichtige Gespräche, in denen du dich und deine Ideen vertreten musst, über die Bühne zu bringen. Auch unangenehme Arztbesuche sind jetzt angesagt, denn durch das Östrogen werden schmerzlindernde Endorphine ausgestoßen: Dein Schmerzempfinden ist geringer!

Studien fanden außerdem heraus, dass Frauen zu dieser Zeit des Zyklus ein geringeres Hungergefühl und Appetit haben. Zusätzlich baut dein Körper schneller Muskeln auf! Kombiniert mit deiner erhöhten Willenskraft sind das die perfekten Vorraussetzungen um gesundheitliche Ziele, oder auch Ziele in anderen Lebensbereichen, anzupacken. Diese Phase ist mit deiner Energie super geeignet für wichtige Termine, Gespräche und soziale Events.

In der letzten Hälfte der zweiten Woche steigt außerdem noch dein Testosteron an. Das kann dich noch mal extra mutig und auch risikofreudig machen und deine sowieso schon hohe Libido bekommt noch einen extra Aufschwung. Es muss aber nicht immer alles blumig sein in Woche zwei. Der hohe Testorsteronspiegel führt zu starker Erregung im Gehirn, was für mehr Stress oder Angst führen kann. Also übernimm dich nicht.

Yogaübungen: Mit deiner hohen Energie bist du bestens gewappnet für eine energiegeladene Yang-Praxis. Gut geeignet sind die Sonnengrüße (Surya Namaskar) und Umkehrhaltungen wie Pflug (Halasana) und Schulterstand (Sarvangasana).

Im nächsten Artikel erfährst du mehr über die letzten zwei Phasen deines Zyklus und wie du dich dabei unterstützen kannst:

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Podcast-Interview mit Coachin Miriam Stark:

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