7 Fragen an Sarah Müggenburg

Was können Mütter tun, um während der Schwangerschaft Achtsamkeit zu praktizieren? Wir haben Sarah Müggenburg, zweifache Mutter und Expertin für Post- und Prenatalyoga, zum Interview getroffen.

Sarah Müggenberg ist Mitgründerin der (link: https://itunes.apple.com/de/app/keleya-schwangerschaft-baby/id1258470013?mt=8 http:// text: Keleya App), die sich wie ein Coach an die Bedürfnisse von Schwangeren anpasst und sie durch individuelle Programme rund um gesunde Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft unterstützt. Als zweifache Mutter und ausgebildete Prenatalyoga-Lehrerin ist sie Expertin auf diesem Gebiet. In unserem Interview verrät sie unter anderem, wie sich Achtsamkeit in die Schwangerschaft und Mutterschaft integrieren lässt.

**1. Keleya ist eine App, die schwangeren Frauen hilft, sich während der Schwangerschaft fit und entspannt zu fühlen. Wie kamen du und deine Mitgründerin auf die Idee, die Keleya App zu entwickeln? Was ist eure Vision? **

Zum einen haben wir aus persönlicher Erfahrung und unserem Umfeld mitbekommen, wie viele Beschwerden es in der Schwangerschaft gibt und welche Rolle Bewegung und Ernährung dabei spielen können. Die positive Auswirkung von Bewegung und Ernährung auf die Schwangerschaft und Geburt ist zudem durch viele Studien belegt. Zum anderen habe ich in meinen Kursen gemerkt, dass  jede Schwangere sehr unterschiedliche Beschwerden und Bedürfnisse hat und daher auch individuell betreut werden möchte. Gleichzeitig haben viele Schwangere häufig nicht die Möglichkeit, regelmäßig Kurse zu besuchen. So entstand die Idee, eine digitale Lösung für diese Probleme zu finden. Wir haben erst einen Prototyp entwickelt und damit festgestellt, dass es einen Bedarf gibt. Darauf basierend haben wir die App entwickelt und Ende September 2018 gelaunched. Unsere Vision ist es, mit Keleya die Marke für starke und selbstbewusste werdende und junge Mütter zu werden.

2. Du bist seit über 10 Jahren Expertin für Pre- und Postnatalyoga, individualisierter Gesundheitscoach für die Schwangerschaft, Mitbegründerin der Keleya App und zweifache Mutter. Wie bekommst du das alles unter einen Hut und schaffst es, entspannt zu bleiben?

Das ist in der Tat manchmal ein ganz schöner Spagat! Zum Glück hilft mein Mann, der allerdings auch ein Startup hat und viel unterwegs ist, tatkräftig mit. Entspannt bleibe ich dadurch, dass mir beides sehr viel Spaß macht: mein Familienleben, und dass ich meine Liebe zum Yoga, zu einer gesunden Lebensweise, zur Schwangerschaft und dem Muttersein, mit der Freude daran, Neues auszuprobieren, verbinden kann. Da mir die Arbeit sehr viel Spaß macht und ich sie nicht als solche empfinde, muss ich mich aber manchmal zu Pausen zwingen, um abzuschalten. Meditation und Yoga sind dafür bestens geeignet.

3. Jede Frau hat während ihrer Schwangerschaft mit ganz unterschiedlichen Beschwerden zu kämpfen. Wie kann eine App auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzerin eingehen?

Anhand der persönlichen Einstellungen, wie der Schwangerschaftswoche und den individuellen Zielen, als auch durch das Nutzerfeedback, passt sich das Programm kontinuierlich an die Nutzerin an. Dadurch erhalten die Nutzerinnen personalisierte Yoga- und Pilates-Workouts mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie etwa Rücken- oder Beckenbodenübungen, die sie zeitlich und örtlich flexibel durchführen können. Das Level der Übungen passt sich immer mehr an bereits absolvierten Workouts an. Natürlich spielt auch die Schwangerschaftswoche für die Auswahl der Übungen eine Rolle. Basierend auf ihren Eingaben und Vorlieben erhalten sie zusätzlich gesunde und leckere Rezeptempfehlungen. Die Nutzerin kann zum Beispiel angeben, ob sie vegetarisch, Fisch oder / und Fleisch isst, ob sie Unverträglichkeiten hat und ob sie speziell etwas für ihren Eisenhaushalt machen möchte.

4. Welche typischen Stressfaktoren gibt es während der Schwangerschaft? Wie kann Achtsamkeit dabei helfen, diese zu reduzieren?

In der Schwangerschaft gibt es in jeder Phase unterschiedliche Herausforderungen: Im ersten Trimester leiden viele Schwangere unter Übelkeit und Schwindel und sind zusätzlich verunsichert, ob die Schwangerschaft Bestand hat. Im zweiten Trimester treten häufig Rückenschmerzen und andere physische Probleme, wie Sodbrennen und Kurzatmigkeit auf. Zusätzlich gibt es bereits viel rund um die Schwangerschaft und Geburt zu organisieren, während die meisten Frauen noch normal weiterarbeiten. Im dritten Trimester wird mit wachsendem Bauchumfang vieles beschwerlicher. Zudem machen sich viele werdende Mamas Gedanken über die Geburt und die erste Zeit mit Baby.

Achtsamkeit kann eine große Unterstützung im Alltag bieten. Es hilft, das Tempo etwas rauszunehmen und den Prozess der Wandlung bewusst zu erleben. Mehr Aufmerksamkeit darauf zu geben, was wir essen und sich dabei Zeit zu lassen, kann eine gesunde Schwangerschaft unterstützen und Verdauungsbeschwerden vorbeugen. Zusätzlich hilft es, nach Innen zu spüren und bewusst zum Baby zu atmen, um die Verbindung zum Baby zu stärken.

5. Welche Vorteile für Frauen und das Baby bringt eine regelmäßige Meditationspraxis während der Schwangerschaft? Hast du Tipps, wie auch hochschwangere Frauen eine bequeme Sitzposition finden können?

Eine regelmäßige Meditationspraxis stärkt zum einen die Konzentrationsfähigkeit in einer Zeit, in der manchmal zu viele Gedanken auf einmal durch den Kopf strömen. Sie hilft auch, mit sich selbst und dem Baby in Kontakt zu sein. Das wiederum ist eine gute Voraussetzung für eine komplikationsfreie Geburt. So merkt die werdende Mama, dass sie ihrem Bauchgefühl vertrauen kann und weiß, was sie braucht.

Für eine entspannte Sitzposition ist die Faustregel: Je größer der Bauch, desto höher sollte man sitzen. Am Anfang reicht ein Meditations- oder gefaltetes Kissen. Wenn der Bauch größer ist, kann man ein Stillkissen oder eine Meditationsbank verwenden. So hat der Babybauch Platz und die Schwangere kann die Wirbelsäule lang machen und tiefer atmen. Ob sie im einfachen Kreuzsitz, auf einem Kissen im Fersensitz oder auf einem großen Gymnastikball sitzt, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass die Beine nicht einschlafen und sie eine Weile bequem sitzen kann.

6. Was ist dein persönlicher Tipp, um in Stresssituationen zur Ruhe zu kommen?

Um in Stresssituationen zur Ruhe zu kommen, ist der Atem mein treuester Begleiter. Spezielle Atemübungen, wie die Wechselatmung oder auch einfach tief in den Bauch zu atmen, nimmt mir Angst und Aufregung. Das habe ich seit vielen Jahren bei Lampenfieber, Flugangst, bei den Geburten meiner beiden Söhne und anderen Situationen erfolgreich angewandt.

7. Wie können Frauen das Thema Achtsamkeit ihren Kindern näher bringen?

Achtsamkeit kann mit Kindern sehr gut in alltäglichen Situationen, etwa beim Kochen und Essen trainieren. Gerade im Baby- und Kleinkindalter begreifen die Kinder sehr viel über die Sinne. Die sinnlichen Eindrücke, wie etwas riecht oder schmeckt, prägen in dieser frühen Phase besonders. Deshalb habe ich meine Kinder häufig mit Nudeln oder Teig spielen lassen. Beim Essen riechen wir erstmal den Duft und wir würdigen denjenigen, der gekocht hat. So lernen die Kinder, das wertzuschätzen, was sie haben, anstatt es für selbstverständlich zu halten. Auch beim Rausgehen in die Natur gibt es unzählige Möglichkeiten, die Achtsamkeit und die Sinneswahrnehmung zu schulen.

Außerdem haben wir seit Jahren ein Abendritual, welches allen sehr wichtig ist. Mein 11-jähriger Sohn kann zum Beispiel nicht einschlafen, wenn er nicht von jedem Familienmitglied gehört hat, was ihm an dem Tag gefallen oder nicht gefallen hat und er möchte erzählen, was seine Highlights und Flops des Tages waren. So schenken wir den alltäglichen Momenten mehr Achtsamkeit.

Die Keleya App kostenlos herunterladen: (link: https://itunes.apple.com/de/app/keleya-schwangerschaft-baby/id1258470013?mt=8 http:// text: iOs App Store) Google Play Store

(Bildquelle: Tomas Nadler)

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