Locker bleiben: 9 Tipps gegen Stress und Druck beim Lernen

Klassenarbeiten, schwierige Aufgaben, Referate: Viele Dinge können Schulkindern Stress bereiten. Unsere Tipps, wie wir ihnen helfen können, Stress und Druck zu bewältigen.

Gastbeitrag von Daniel Bialecki, Geschäftsführer der Online-Lernplattform scoyo und Vater von drei Kindern

Eine Klassenarbeit steht an, ein plötzlicher Test wird geschrieben, ein Referat muss gehalten werden: alles Dinge, die bei Kindern Stress auslösen können. Dabei ist Stress per se nicht immer schlecht, über einen kurzen Zeitraum kann er sogar produktiver machen. Aber: Anhaltender Stress führt oft zu gesundheitlichen Problemen wie etwa Kopf- oder Bauchschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen und auch Konzentrationsschwierigkeiten.

Vergangene Studien zeigten, dass Stressoren aus dem Schulbereich eine große Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen spielen, unter anderem in Form von Leistungsdruck oder zu hohen Anforderungen. Erste Anzeichen können beispielsweise emotionaler Natur sein, wenn das Kind häufig traurig oder verstimmt ist, aber auch unruhig oder aggressiv, nicht in die Schule gehen möchte oder Aufgaben verweigert. Auch die oben genannten körperlichen Folgen von Stress können ein Warnzeichen sein, dass ein Kind stark gestresst ist.

Wie können wir unseren Kindern also helfen? Neben möglichst wenig Druck und natürlich Trost in schwierigen Situationen hilft es deinem Kind erst einmal zu lernen, Stress überhaupt wahrzunehmen und einzuordnen. Erkunde mit deinem Kind, wann es Stress verspürt, welche Situationen Stress bereiten, um dann Bewältigungsstrategien einzuüben.

1. School-Life-Balance Wichtig, um stressige Situationen zu meistern, ist ein guter Ausgleich dazu. Schule und Lernen ist zwar wichtig, aber mindestens genauso wichtig sind soziale Beziehungen und Hobbies, die uns zufrieden machen und neue Energie geben. Daneben sollte es genauso auch einfach Zeit geben, um sich auszuruhen, die Akkus wieder aufzuladen und den Kopf für Neues frei zu machen. Findet gemeinsam etwas, das entspannt: Das kann natürlich das Nichtstun sein, oder zum Beispiel Musik hören, malen, spazieren gehen...

Genauso eignen sich gezielte Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Yoga oder Meditation für Kinder, um den eigenen Körper wahrzunehmen und zu entspannen. Und: Auch beim Lernen selbst ist es wichtig, genügend Pausen zu machen, damit das Gelernte überhaupt eine Chance hat, vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu wandern.

2. Selbstbewusstsein: Ich schaffe das! Ein starkes Selbstbewusstsein dient als eine Art „Puffer“ und fängt Stress und Druck ab, bzw. hilft Kindern, besser damit umzugehen. Das Selbstbewusstsein deines Kindes kannst du zum Beispiel unterstützen, indem du es in dem bestärkst, was es kann. Konzentriert euch also gemeinsam auf seine Stärken und nicht auf seine Schwächen. Dazu gehören Kompetenzen wie Sozialverhalten, Empathie, Kreativität und Problemlösungsfähigkeit genauso wie fachliche Stärken. Wenig Druck und Gelassenheit im Umgang mit Noten sind ebenfalls ein gutes Vorbild – oft haben Kinder nämlich auch an sich selbst einen hohen Leistungsanspruch.

3. Selbstwirksamkeit: Ich kann etwas bewirken! Ob wir gut mit Stress umgehen können, hängt auch stark davon ab, ob wir das Gefühl haben, die Situation kontrollieren zu können. Darum sollte es Lob nicht nur für tolle Noten hageln, sondern für Dinge, die dein Kind selbst beeinflussen kann. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ schau also nicht nur auf das Ergebnis, sondern auf das Engagement und die Anstrengungen deines Kindes. Lob, zum Beispiel für Mut, sich mit einem unliebsamen oder sehr schwierigen Thema auseinanderzusetzen, motiviert, denn das sind Dinge, die dein Kind in der Hand hat.

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4. Selbstständigkeit: Ich kann das alleine! Autonomie ist ein menschliches Grundbedürfnis und – wie wir Eltern alle leidlich erfahren – auch bei kleinen Kindern bereits stark ausgeprägt. Auch auf das Lernen bezogen hilft es Kindern, wenn sie dabei viel selbst bestimmen können. Denn jeder Mensch ist einzigartig, und so auch die Art und Weise, wie er am besten lernt. Ort, Zeitpunkt und Methoden sollten daher individuell auf das Kind abgestimmt sein und je älter das Kind ist, desto mehr Entscheidungen sollte es selbst treffen können. Das fördert nicht nur die Selbstständigkeit, sondern auch das Selbstbewusstsein.

5. Kleine Schritte zum Erfolg Wenn wir vor einer ewig langen Treppe stehen, den Kopf in den Nacken legen und ganz nach oben schauen, dann kann uns schon mal das Gefühl beschleichen, dass das sehr anstrengend wird und wir es vielleicht gar nicht schaffen können. Sollen wir es überhaupt versuchen? Schauen wir aber genau auf die Stufe vor uns und nehmen diese als Etappenziel, ist jeder Schritt ein Erfolg. Das motiviert!

So ist es auch beim Lernen: Teilt den Lernstoff in kleine Häppchen und legt individuelle kleine Lernziele fest. So können regelmäßig Teil-Erfolge gefeiert werden, die anspornen. Um das Ganze zu strukturieren, kann ein Lernplan helfen. Darin können Kinder festhalten, wann sie welche Dinge lernen wollen, damit sie rechtzeitig anfangen können und erst gar kein Stress aufkommt.

6. Eine angenehme Lernatmosphäre schaffen Auch eine angenehme Lernatmosphäre hilft, entspannt zu lernen und Stress, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, zu vermeiden. Dazu gehören ein schön eingerichteter, heller, aufgeräumter Arbeitsplatz, ein bequemer Stuhl oder Sitzball und eine ruhige Lernumgebung. Auch das richtige (gesunde) Essen und genug zu Trinken hilft. Kleine Rituale wie etwa Dehn- und Atemübungen, das Lieblingslied zu hören oder gemütliche Sachen anzuziehen stimmen auf das Lernen ein und schenken Kraft.

7. Kreative Lernmethoden ausprobieren Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden, desto mehr bleibt auch hängen. Nicht umsonst heißt es auch „begreifen“, also etwas lernen, indem wir es auch anfassen. Probiere also mit deinem Kind einmal aus, welche kreativen Lernmethoden ihm liegen und mit welchen Sinnen es am besten lernt. Auch digitale Medien lassen sich gut zum Lernen nutzen, viele kindgerechte Angebote bereiten Lerninhalte spielerisch und interaktiv auf. Und: Lernen ist ja auch nicht immer an den Schreibtisch gebunden, viele Themen lassen sich irgendwo „live und in Farbe“ entdecken und erfassen – ob in der Natur, im Museum, an einem öffentlichen Platz, einem Forschungslabor, einem Unternehmen...

8. Das Gespräch mit dem Lehrer suchen Es hilft alles nichts? Wenn du das Gefühl hast, dein Kind ist dauerhaft gestresst und überfordert von der Schule, suche das Gespräch mit den Lehrern. Diese können meist gut einschätzen, ob dein Kind etwa ein Problem mit bestimmten Stoff oder dem Lernen an sich hat und was helfen könnte. Auch ein Gespräch mit anderen Eltern kann helfen, um zum Beispiel abzuklären, ob es ein generelles Problem gibt, das mehrere Schüler betrifft, wie etwa zu umfangreiche Hausaufgaben.

9. Im Ernstfall: Psychologische Beratung aufsuchen In besonders schweren Fällen ist es wichtig, rechtzeitig Hilfe zu suchen, zum Beispiel beim Schulpsychologischen Dienst als erster Anlaufstelle. Denn durch anhaltenden Stress und Druck können auch ernsthafte Erkrankungen wie beispielsweise eine Depression entstehen, die professionell behandelt werden sollte.

Daniel Bialecki und sein Team arbeiten jeden Tag daran, Kinder und ihre Eltern fürs Lernen zu begeistern. Auf der Online-Lernplattform scoyo können die Kleinen in spannende Lern-Geschichten eintauchen und so den Schulstoff ganz spielerisch und stressfrei verinnerlichen.

Literatur zum Thema: Stress und Stressbewältigung im Kindes- und Jugendalter von Inge Seiffge-Krenke und Arnold Lohaus Stresspräventionstraining für Kinder im Grundschulalter von Johannes Klein-Hessling, Arnold Lohaus


Bildquelle: Pexels

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