Eine Reihe von Daniela Obers

Wir möch­ten euch in unse­rer neuen Reihe einige der vielen Helden des All­tags in der Corona-Krise vor­stel­len. Wel­chen Her­aus­for­de­run­gen stel­len sie sich gerade tag­täg­lich und welche Lösun­gen haben sie in der neuen Nor­ma­li­tät für sich gefun­den? Viel­leicht können wir ja noch etwas von­ein­an­der lernen. Oder uns auch ein­fach nur ein­an­der näher fühlen.

Die neue Nor­ma­li­tät für Erzie­he­rin Saskia

Heute stel­len wir euch Saskia vor. Saskia ist 26 Jahre alt und vom Beruf her Erzie­he­rin.

Was ist aktu­ell deine größte Her­aus­for­de­rung und was lernst du aus ihr?

Meine größte Her­aus­for­de­rung ist aktu­ell auf Arbeit. All den neuen Regeln, Vor­schrif­ten und Ansprü­chen gerecht zu werden und diese auch umzu­set­zen.

Wel­ches Buch, wel­cher Pod­cast, welche Serie oder wel­cher Song hat dich durch die Krise bisher beglei­tet?

Das Buch Sechs Paar Schuhe. Wie wir die Welt bereis­ten und die Heimat fanden“ von Maria Bra­ar­vig und Thor Bra­ar­vig, der Pod­cast von Pamela Reif und der Song Thank You [Not So Bad]“ beglei­ten mich seit Anfang der Krise.


Acht­sam mit Ver­än­de­rung umge­hen durch Medi­ta­tion:
7Mind kos­ten­los star­ten

Wie hast du die Phase des social dis­tan­cing erlebt? Hat sich dein Kon­takt­ver­hal­ten damit nach­hal­tig geän­dert?

Es war oder ist bis jetzt eine unge­wohnte und für mich total sur­reale Zeit. Es ist merk­wür­dig, seine Freunde und Fami­lie nicht rich­tig zu drü­cken oder mit ihnen Zeit zu ver­brin­gen. Es hat mir aber gezeigt, in wel­chen Bezie­hun­gen (sei es freund­schaft­lich, fami­liär oder auf Arbeit) eine Bin­dung besteht und auch hält, obwohl man Social Dis­tan­cing erlebt.

Ja, es hat sich nach­hal­tig geän­dert und tut dies immer noch − Es ist ein Pro­zess. Ich lege sehr viel Wert auf die Bezie­hun­gen zu meinen Liebs­ten und bin unglaub­lich dank­bar für jede ein­zelne. Sie geben mir Kraft in der jet­zi­gen Zeit.

Was glaubst du, brau­chen wir gerade mehr: Gelas­sen­heit, Dis­zi­plin, Dank­bar­keit oder Frei­heit? Oder brauchst du etwas ande­res?

Mehr Dank­bar­keit für das Leben und die Gesund­heit der eige­nen Fami­lie und die der Freunde wert­zu­schät­zen. Die Zeit gemein­sam mit Freun­den und Fami­lie, auch mit Dis­tanz, ver­su­chen zu einer wun­der­ba­ren Zeit zu machen, damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt. Und ganz klar Gelas­sen­heit für alle. Damit es beim Ein­kau­fen und in den all­täg­li­chen Situa­tio­nen ent­spann­ter ist.

Was bedeu­tet Acht­sam­keit für dich per­sön­lich und wie prak­ti­zierst du?

Ich schaue auf mich und ver­su­che mir bewusst Aus­zei­ten zu nehmen: ein Buch lesen, mit Freun­den spa­zie­ren gehen oder ein­fach mal die Seele bau­meln lassen. Sport machen, um einen freien Kopf zu bekom­men und dabei für mich sein. Musik hören und wenn ich es brau­che, dann auch eine Medi­ta­tion zu machen.

Wenn du eine Bot­schaft durch das Mega­fon rufen könn­test, was wür­dest du gerade in die Welt schreien wollen?

Ich würde an die Men­schen appel­lie­ren, mehr Mensch­lich­keit, Empa­thie und Freund­lich­keit gegen­über ihren Mit­men­schen zu zeigen, denn schließ­lich sind wir alle von der Krise in irgend­ei­ner Weise betrof­fen. Und dass sie auf­hö­ren zu Hams­tern, sodass auch für die Men­schen noch was da ist, die ganz normal arbei­ten gehen.

Was wünschst du dir, was die Welt aus der Krise mit­nimmt?

Mehr Rück­sicht­nahme, Empa­thie und Gelas­sen­heit. Außer­dem, dass jeder mal einen Blick auf seine Gewohn­hei­ten wirft und diese hin­ter­fragt, sowie, dass wir alle anfan­gen, so gut es geht nach­hal­ti­ger zu leben. Schließ­lich wollen wir alle, dass die Welt noch lange bestehen bleibt!


Und nun zu dir: Wie wür­dest du die Fragen beant­wor­ten? Nutze sie gerne als Inspi­ra­tion für die eigene Refle­xion oder stelle sie dir gemein­sam mit einem nahe­ste­hen­den Men­schen. So kannst auch du mehr Ver­bun­den­heit in der Krise auf­bauen.
Vielen Dank Saskia für deine Ein­sich­ten! Das war das letzte 7 Fragen Inter­view unse­rer All­tags­hel­den. Wir hoffen dir in dieser Zeit ein paar neue Per­spek­ti­ven und Ein­sich­ten gege­ben zu haben.

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Bild: Bára Buri auf Uns­plash