Eine Reihe von Daniela Obers

Wir möch­ten euch in unse­rer neuen Reihe einige der vielen Helden des All­tags in der Corona-Krise vor­stel­len. Wel­chen Her­aus­for­de­run­gen stel­len sie sich gerade tag­täg­lich und welche Lösun­gen haben sie in der neuen Nor­ma­li­tät für sich gefun­den? Viel­leicht können wir ja noch etwas von­ein­an­der lernen. Oder uns auch ein­fach nur ein­an­der näher fühlen.

Psy­cho­lo­gin Katja über Ver­än­de­run­gen durch Corona

Heute stel­len wir dir Katja vor. Sie ist Kin­der­ärz­tin, Psy­cho­the­ra­peu­tin und Mutter. So erlebt sie den Alltag in Corona-Zeit.

Was ist aktu­ell deine größte Her­aus­for­de­rung und was lernst du aus ihr?

Als Her­aus­for­de­rung emp­finde ich es gerade, meine Gren­zen zu erken­nen, zu akzep­tie­ren, zu arti­ku­lie­ren, um ganz bei mir und in meiner Für­sorge für mich zu blei­ben, um so gut für meine Fami­lie zu sorgen wie mög­lich und in authen­ti­schem Kon­takt mit denen zu blei­ben, die mir am Herzen liegen. Fami­lie, Freunde, wie Pati­en­ten.

Wel­ches Buch, wel­cher Pod­cast, welche Serie oder wel­cher Song hat dich durch die Krise bisher beglei­tet?

Wie hältst du trotz social dis­tan­cing Kon­takt?

Ich schreibe schon immer gerne Briefe und Karten, ganz old school und nutze ganz modern Face­Time, Zoom, Whats­App und inten­sive Tele­fo­nate. Das klappt rund um die Welt mit Fami­lie in Indien, Aus­tra­lien, Frank­reich, Bayern und Freun­den im Ort und weiter weg. Sogar Chopin Walzer Lernen über Skype — mit Handy auf die Kla­vier­tas­ta­tur ein­ge­stellt — macht Spaß.

Und wie fühlt sich das für dich an?

Ich ver­misse den phy­si­schen Kon­takt zu meinen Paten­kin­dern in Bayern sehr und bin dank­bar für moderne Medien, um so trotz­dem mit dabei zu sein. Mir gelingt es, die Inten­si­tät der Bezie­hung auch über moderne Medien zu erfah­ren und Briefe schrei­ben und lesen emp­finde ich als Geschenk.

Was glaubst du, brau­chen wir gerade mehr: Gelas­sen­heit, Dis­zi­plin, Dank­bar­keit oder Frei­heit?

Gelas­sen­heit und Dank­bar­keit lebe ich vor­ran­gig. Die Frei­heit ist in mir, nicht im Außen.

Oder brauchst du etwas ande­res?

Die Fle­xi­bi­li­tät, mich stetig anzu­pas­sen an die Gege­ben­heit und das hier und jetzt. Fle­xi­bel darauf reagie­ren, im Fluss blei­ben.


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7Mind kos­ten­los star­ten

Was bedeu­tet Acht­sam­keit für dich per­sön­lich und wie prak­ti­zierst du?

Acht­sam­keit ist bei mir sein und gleich­zei­tig ver­bun­den sein mit dem um mich herum“ an Men­schen, Auf­ga­ben, Natur etc. Acht­sam­keit prak­ti­ziere ich beim Yoga, Gebet und Medi­tie­ren, ebenso wie im Kla­vier­spiel, Kochen, Spa­zier­gang und Gespräch. Ich freue mich, dass mir das der­zeit gut gelingt.

Wenn du eine Bot­schaft durch das Mega­fon rufen könn­test, was wür­dest du gerade in die Welt schreien wollen?

Das Leben ist schön… lebe es… leb dein Leben.

Was wünschst du dir, was die Welt aus der Krise mit­nimmt?

Erken­nen: Das Wesent­li­che ist für die Augen unsicht­bar. Prio­ri­tä­ten setzen. Würde, Frei­heit und Huma­nis­mus ebenso wie Natur­ver­bun­den­heit und Nach­hal­tig­keit. Kinder und Bil­dung als hohes Gut wahren und hier Ziele setzen, schüt­zen und ver­fol­gen.


Und nun zu dir: Wie wür­dest du die Fragen beant­wor­ten? Nutze sie gerne als Inspi­ra­tion für die eigene Refle­xion oder stelle sie dir gemein­sam mit einem nahe­ste­hen­den Men­schen. So kannst auch du mehr Ver­bun­den­heit in der Krise auf­bauen.
Nächste Woche kommt ein wei­te­res Inter­view, mit neuen Blick­win­keln und Gedan­ken. Vielen Dank Katja für deine Ein­sich­ten!

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Bild: Bára Buri auf Uns­plash