von Car­lotta Koroll

2 Refle­xi­ons­übun­gen für mehr Ener­gie

Das mit der Ener­gie­ein­tei­lung ist so eine Sache. An man­chen Tagen will man nichts lieber als einen Mit­tags­schlaf. Nach Fei­er­abend sieht die Couch ein­fach zu ver­lo­ckend aus und, huch, auf einmal ist es 21 Uhr und wir hängen immer noch auf dem Sofa. Drei kost­bare Stun­den sind ver­gan­gen, ohne dass wir es wirk­lich mit­be­kom­men haben. An ande­ren Tagen dage­gen stehen wir noch um 22 Uhr unter Strom stehen und wälzen uns nachts ver­geb­lich im Bett herum. 

In beiden Fällen gibt dir dein Körper ein Zei­chen: Dein Ener­gie­le­vel ist aus der Balance gera­ten.

Doch woher wissen wir, was uns wann gut tut? Wann soll­ten wir uns auf­rap­peln, für die Runde Sport, das gesunde Gericht, das krea­tive Hobby, weil wir uns danach besser fühlen und wann soll­ten wir ein­fach mal Nix tun? 

Die Ant­wort ist so simpel wie sie unbe­frie­di­gend ist: Es kommt darauf an. Worauf? Na auf dich. Manch­mal sind wir nicht ehr­lich genug mit uns selbst, um zu wissen, was wir brau­chen. Hier kommen zwei Metho­den, mit denen du der Ant­wort näher kommst.

Die 4 Ener­gie­päck­chen

Spre­chen wir über unse­ren Ener­gie­haus­halt, unter­schei­den wir zwi­schen unter­schied­li­chen Kate­go­rien. Wir können zum Bei­spiel kör­per­lich erschöpft sein, aber emo­tio­nal aus­ge­gli­chen oder anders­herum. Annette Schä­fer teilt in einem Arti­kel aus Psy­cho­lo­gie Heute (01÷2009) die Ener­gie in vier Arten auf: 

  1. Phy­si­sche Ener­gie
  2. Emo­tio­nale Ener­gie
  3. Men­tale Ener­gie
  4. Ideelle/​spirituelle Ener­gie

Jede Ener­gie kann unter­schied­lich erschöpft oder erfüllt sein. Wenn du dich aus­ge­laugt fühlst, kannst du dich also fragen, in welche Kate­go­rie diese Erschöp­fung fällt:

Bist du erschöpft, weil du dich nicht genug bewegt hast oder momen­tan unaus­ge­wo­gen isst? Dann gilt es, deine phy­si­sche Ener­gie auf­zu­la­den. Oder gibt es einen Kon­flikt, der dich emo­tio­nal run­ter­zieht, eine Auf­gabe im Job, die dir den Schlaf raubt? Das deutet auf eine Dis­ba­lance deiner men­ta­len oder emo­tio­na­len Ener­gie hin. Wenn du dage­gen einen inne­ren Wer­te­kon­flikt hast, leidet deine ide­elle Ener­gie dar­un­ter.

Den Haupt­aus­lö­ser für unsere Dis­ba­lance zu kennen, lässt uns besser gegen­steu­ern. Viel­leicht zeigt dir diese Kate­go­ri­sie­rung auch, welche deiner Ener­gie­re­ser­ven bes­tens gefüllt sind.

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Wie sieht dein Ener­gie­ku­chen aus?

Jetzt hast du dich schon etwas genauer mit deiner per­sön­li­chen Ener­gie aus­ein­an­der­ge­setzt. Zeit, etwas Struk­tur in die Sache zu brin­gen. Dafür eine psy­cho­lo­gi­sche Übung: Der Ener­gie­ku­chen — klingt gut, oder? Auch wenn die Übung nicht wie Kuchen schmeckt, ist sie lang­fris­tig eine ordent­li­che Beloh­nung für dich selbst. 

Nimm dir ein Blatt Papier und male zwei große Kreise darauf. Über den einen schreibst du ein Minus, der andere bekommt ein Plus. Jetzt malst du in die Kreise nach und nach Kuchen­stü­cke und beschrif­test den einen mit Dingen, die dir Ener­gie spen­den und den ande­ren mit Dingen, die dir Ener­gie ent­zie­hen. Das können Akti­vi­tä­ten, Bezie­hun­gen, Men­schen oder Gedan­ken sein. Fol­gende Fragen helfen bei der Beschrif­tung:

Je nach dem, wie viel Ener­gie es dir gibt oder bean­sprucht, gibst du den Stü­cken unter­schied­li­che Größen. Der Minus­ku­chen“ zeigt dir nun an, was dich Ener­gie kostet und der Plus­ku­chen“, wie du deine Ener­gie auf­lädst.

Ob deine Kuchen nun in Balance sind oder einer von beiden voller, sagt viel über dein Ener­gie­le­vel aus. Lang­fris­tig ist das Ziel, dass beide Seiten aus­ge­gli­chen sind oder noch besser, dass der posi­tive Ener­gie­ku­chen größer ist. 

Du kannst die Kuchen auch noch mal hin­sicht­lich der vier Ener­gie­ka­te­go­rien auf­tei­len — phy­sisch, emo­tio­nal, mental und ideell. Kannst du deine Ener­gie­räu­ber durch Dinge von der Plus-Seite aus­glei­chen? Am besten du notierst dir deine Gedan­ken dazu. Beim Schrei­ben kommen oft die besten Ideen und Lösun­gen an die Ober­flä­che.

Deine wich­tigste Zutat

Am Ende holt uns auch der Ener­gie­ku­chen nicht vom Sofa, um eine Runde Joggen zu gehen. Wir müssen Tag für Tag, von Augen­blick zu Augen­blick ent­schei­den. Manch­mal ist die beste Ent­schei­dung, sich auf­zu­rap­peln und die Lauf­schuhe raus­zu­ho­len. Manch­mal ist die Couch genau das, was wir brau­chen. Und an ande­ren Tagen braucht es ein Glas Wein mit einem guten Freund. 

Wir kommen nicht drum herum, uns jedes Mal ehr­lich zu fragen: Was tut mir jetzt gut? Einen Ener­gie­ku­chen zu haben, der dich an deine Ener­gie­spei­cher erin­nert, hilft dir, deine Akkus mit dem Strom auf­zu­la­den, den du gerade brauchst. Und mit jedem Mal, das du in dich hinein hörst, lernst du deine Bedürf­nisse besser kennen und baust Res­sour­cen auf, die dich mit der Ener­gie ver­sor­gen, die du für ein gutes Leben brauchst.

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