5 Glaubenssätze, die du endlich loslassen kannst

Glaubenssätze können mächtige Antreiber sein, uns aber auch innerlich bremsen. Wir helfen dir dabei, alte Glaubensmuster zu durchbrechen und somit auch emotionale Altlasten hinter dir zu lassen.

#Glaubenssätze: Was steckt dahinter?

Ein Glaubenssatz ist eine tief verankerte Überzeugung, die sich aufgrund von persönlichen Erfahrungen entwickelt. Glaubenssätze können sich durch Wiederholung zu einem Denk- und schließlich Handlungsmuster von dir entwickeln.

Glaubenssätze sind tief in unserer Psyche verankert und können unterschiedlichste Ursprünge haben. Dabei kann es sich zum Beispiel um einfache Floskeln handeln, die wir bereits in unserer Kindheit häufig zu Ohren bekommen haben. “Schrei nicht so”, “Beeil dich”, “Sei nicht so schlampig” sind Sätze, die wir von unseren Eltern kennen und im Grunde schon lange hinter uns gelassen haben.

Plötzlich sind wir selbst erwachsen, vielleicht sogar selber schon Eltern, und wundern uns, wieso wir uns ständig so hetzen, wieso wir immer wieder über den Hunger essen oder warum wir uns nicht trauen, anderen unsere offene und ehrliche Meinung zu sagen. Auch wenn Glaubenssätze nicht die alleinige Ursache für unser Verhalten sind, können sie doch unseren Umgang mit schwierigen Situationen, Herausforderungen oder Konflikten beeinflussen. Wir zeigen dir, wie starren Vorstellungen wieder mehr Leben einhauchen kannst.

Glaubenssätze erkennen und loslassen

Achtsamkeitstraining ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um den eigenen Geist zu beobachten und mehr Kontrolle über das eigene Gedankenkarussell zu gewinnen. Haben wir das einmal bestiegen, kann es ganz schön schwer sein, sich von den eigenen Gedanken zu distanzieren, eine klare Haltung zu finden und vor allem zu bemerken, wenn ein altes Glaubensmuster aktiv ist. Eventuell haben wir uns so daran gewöhnt, dass wir wie automatisch darauf zurückgreifen und so reagieren, wie es unser Glaubenssatz verlangt.

Wir alle basieren unser Verhalten auf bestimmten Überzeugungen, Normen und Systemen, die teilweise gesellschaftlich vorgegeben werden. In einer Zeit, in der wir täglich einer konstanten Reizüberflutung ausgesetzt sind, verlieren wir allerdings den Zugang zu dem, was wir wirklich wollen. Denn der Automatismus ist nicht nur Gewohnheit, sondern auch bequemer für unser Gehirn. Das Problem am Autopiloten: Wir rauschen nur so durch den Alltag, wissen manchmal gar nicht, welcher Wochentag eigentlich ist, fühlen keine oder nur eine schwache Verbindung zu unseren eigenen Bedürfnissen. So können wir zwar eine ganze Weile funktionieren, doch langfristig werden wir eher unzufrieden, fühlen uns fremdgesteuert und finden keine Balance mehr zwischen dem, was wir tun wollen und dem, was wir tun sollten.

Zeit, sich einmal kritisch mit den eigenen Glaubenssätzen zu befassen. Vielleicht findest du dich direkt wieder, denn wir stellen dir hier fünf Antreiber vor, die uns das Leben manchmal ganz schön schwer machen können.

** 1. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt** - Ich überhöre die Signale meines Körpers.

Ein Satz, den viele von uns sicherlich von den eigenen Eltern oder sogar Großeltern kennen. Und man kann es ihnen kaum übel nehmen, schließlich wissen einige von ihnen noch zu gut, was es bedeutet, Hunger zu leiden und sich selbst oder die Familie nicht ausreichend ernähren zu können. Trotzdem hört man immer wieder Geschichten von Menschen mit den eigenartigsten Essgewohnheiten. Während manche den Geschmack von Zwiebeln nicht ertragen können, graut es anderen vor Tomaten. Bei genauer Nachfrage hört man schon mal die Geschichte vom Mittagessen bei der Oma, die einen als Kind dazu verpflichtete, die geschmorten Zwiebeln auf dem Sonntagsbraten aufzuessen. Auch der Satz “Iss deinen Teller leer” kann einen großen EInfluss auf die Essgewohnheiten eines Kindes ausüben. Schließlich muss man als Kind noch einen eigenen Umgang mit dem Essen erlernen, seine eigenen Vorlieben kennenlernen und ein natürliches Sättigungsgefühl entwickeln. Wenn man schon früh dabei ist, die Signale des eigenen Körpers zu überhören, kann es einem auch im Erwachsenenalter schwer fallen, ein Gefühl für Appetit und Sättigung zu entwickeln. Gerade beim Essen kann der Atem eine große Hilfe sein. Nimm zwischendurch immer wieder einen tiefen Atemzug in den Bauch hinein. Wenn es schon kneift oder sich unangenehm anfühlt, ist dies ein gutes Zeichen, das Besteck weg zu legen - egal, was sich noch auf dem Teller befindet. Auch in der Psychologie rät man dazu, Sätze wie “Iss, dann wird morgen schönes Wetter” zu ignorieren. Das Risiko für Übergewicht steigt infolge dieser Regel sogar, wie eine US-Studie zeigt.

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2. Ein Indianer kennt keinen Schmerz - Ich darf keine Schwäche zeigen.

Ein Satz, den nicht nur Jungs zu hören bekommen. Geschickt verpackt, schließlich haben wir eine romantisierte Vorstellung davon, was es heißt ein Indianer zu sein. Indianer kennen keinen Schmerz, sind mutig und stark. Doch wer schon als Kind immer wieder hört, dass man keine Schwäche zeigen darf, Schmerzen auch mal aushalten muss oder nicht so “quengeln” soll, lebt womöglich auch als erwachsene Person noch nach diesem Glaubenssatz. Dabei beweist es große Stärke, seine Schwächen zu zeigen und zu ihnen zu stehen. Wer sich auch mal verletzlich zeigt, ermutigt außerdem andere, Gleiches zu tun. Vor allem sollte man sich daran erinnern, dass jeder eine individuelle Schmerzgrenze hat. Was den einen nicht juckt, piekst den anderen schon ziemlich tief. “Sei nicht so sensibel” oder “Du übertreibst” sind Sätze, die eine ähnliche Wirkung haben - man fühlt sich falsch, hinterfragt die eigene Reaktion. Stattdessen kannst du aber versuchen, ein inneres “Ja!” zu dir und deinen Emotionen entstehen zu lassen. Egal, wie andere Menschen dich auch bewerten - und das werden sie, ganze egal, was du tust - komme wieder zu dir zurück. Schmerzen, körperliche wie seelische, sind wichtige Signale, die immer ihre eigene Geschichte erzählen. Eine Geschichte, deren Bedeutung nur du selber kennst.

3. Aus Nichts wird Nichts - Ich bin nicht gut genug

Es reicht nicht aus, einfach nur zu sein. Wer etwas werden oder sein will, muss dafür auch etwas tun. Ein Glaubenssatz, der gerne zur Motivation eingesetzt wird und suggeriert, dass man etwas werden soll. Daraus kann ein ganz schöner Anspruch wachsen. Denn wer glaubt, er müsse sich erstmal einen Namen, Titel, mehr Ansehen oder materielle Güter anschaffen, um jemand zu sein, ist schnell extrinsisch motiviert. Dann spielt vor allem die Außenwirkung eine große Rolle bei dem, was man tut. Deshalb ist der folgende Satz so unendlich wichtig für jeden von uns: Ich bin gut genug. Wer daran glaubt, dass er oder sie gut genug ist, wird auch daran glauben, dass jeder andere gut genug ist. Es kommt nicht darauf an, was jemand tut, denn tatsächlich kommen wir alle gut genug zur Welt. Wenn du davon überzeugt bist, dass du schon alles hast, was du brauchst und nichts mehr werden musst, um wertvoll oder genug zu sein, kannst du unglaublich viel Energie freisetzen. Energie für die Dinge, die dir am Herzen liegen, egal ob sie in den Augen anderer nichtig sind.

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4. Ohne Fleiß kein Preis - Ich muss etwas leisten, um Anerkennung zu verdienen

Noch so ein Motivationsspruch, der eigentlich vermittelt, dass man erstmal etwas zu leisten hat, um überhaupt etwas erwarten zu können. Anerkennung will verdient sein, ein gutes Leben auch. Praktisch gesehen stimmt das natürlich auch, man geht arbeiten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, um sich Dinge leisten zu können, die man gerne macht. Wenn man sich aber durch den Arbeitsalltag quält oder jahrelang einen Job ausübt, den man eigentlich nicht mag, nur um einmal im Jahr in den Sommerurlaub zu fahren, dann fehlt einem womöglich die Balance. Natürlich ist gegen Fleiß generell nichts einzuwenden, denn er zeigt auch, dass man mit Herzblut und Leidenschaft bei der Sache ist. Dennoch sollte man sich auch für kleine Erfolge belohnen. Für die kleinen Schritte, für die vielleicht noch kein Schweiß geflossen ist, die aber trotzdem zeigen, dass man auf dem Weg ist. Auch wenn die Leistungsgesellschaft immer noch verspricht, dass jeder, der wirklich will, es bis ganz nach oben schafft, heißt das noch lange nicht, dass sich dieser Weg lohnt - und das am Ende die rechte BElohnung wartet. Wie definierst du Leistung für dich? Das muss nicht immer nur Arbeitsleistung sein. Was leistest du zum Beispiel für deine Gesundheit? Gib dir vor allem die Anerkennung, die du verdienst und warte nicht darauf, sie im Außen zu erfahren. Das ist immerhin der größte Preis, den du gewinnen kannst und er ist immer dann zum Greifen nahe, wenn du freundlich und liebevoll mit dir sprichst.

5. Vorsicht ist besser als Nachsicht - Ich kann der Welt nicht vertrauen

Jeder wird in seiner Kindheit zu Vorsicht ermahnt. Und das hat sicherlich auch seine Berechtigung, schließlich führt der ungebremste Entdeckerdrang schon mal dazu, dass Kinder blindlings über die Straße rennen, die Herdplatte mit den Fingern ertasten oder sich ungenießbare Gegenstände in den Mund stecken. Während es in manchen Situationen definitiv ratsam ist, vorsichtig zu sein, wird die Welt unter diesem Glaubenssatz aber auch schnell zu einem bedrohlichen Ort. Gefahren lauern überall, man sollte also auf der Hut sein, lieber zweimal hinschauen, besser nicht auffallen, nicht zu schnell rennen und vor allem keinen fremden Menschen vertrauen! Wer diesen Glaubenssatz verinnerlicht kann Schwierigkeiten haben, der Welt zu vertrauen, die Dinge auch mal loszulassen und die Kontrolle abzugeben. Natürlich macht es keinen Spaß, verletzt zu werden, hinzufallen oder herauszufinden, dass man Dreck nicht essen kann. Trotzdem sollte man sich ab und zu daran erinnern, dass die Welt per se nicht gegen einen ist. Und nicht selten kommt man erst über Umwege zu den schönsten Aussichten! Also lasse Vorsicht walten, wenn es darum geht, Gefahren zu vermeiden. Wenn du allerdings spürst, dass Vorsicht und Misstrauen eher automatische Reaktionen sind, die nicht zwingend etwas mit der Situation im Hier und Jetzt zu tun haben, dann schau, ob du nicht doch mal ins kalte Wasser springst. Vielleicht wartet eine erfrischend neue Erfahrung auf dich!

Glaubenssätze: So kannst du dich von ihnen trennen

Glaubenssätze wirken oft in Stein gemeißelt, doch das sind sie nicht. In einem ersten Schritt reicht es schon, sie zu erkennen und sich bewusst zu machen, wann man aus einem veralteten Glaubensmuster heraus handelt. In diesem Moment können wir innerlich einen “Stopp” setzen und sagen “Ha! Das ist es schon wieder”. Mehr braucht es gar nicht. In dem Moment, in dem wir beobachten, statt zu reagieren, haben wir nicht nur den Glaubenssatz durchbrochen, sondern ein ganzes Stück Freiheit dazugewonnen.

Diesen Artikel gibt es auch als Podcastfolge! Hier reinnhören:


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