Sei dankbar! (und sprich darüber)

Es gibt so viele Gründe, dankbar zu sein. Wir müssen sie uns nur bewusst machen – und anderen unsere Dankbarkeit zeigen! Dann wirkt sie wahre Wunder in vielen Lebensbereichen.

von Anna Rosenbaum

Jeder weiß, wie es sich anfühlt dankbar zu sein, zum Beispiel wenn einem jemand besonders geholfen hat oder ein unerwartetes glückliches Ereignis eintritt. Versuch einmal, dich an die letzte Situation zu erinnern, in der du besonders dankbar warst, und spüre diesem Gefühl kurz nach – das einen sofort entspannt und die Welt etwas freundlicher erscheinen lässt.

Und Dankbarkeit tut nicht nur subjektiv gut. Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass dieses Gefühl einen großen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden leisten kann. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse für euch gesammelt.

Die vielen positiven Effekte der Dankbarkeit

Studien zufolge hat das Empfinden von Dankbarkeit – ob spontan oder bewusst hervorgerufen – einen positiven Effekt auf viele Lebensbereiche. Das allgemeine Wohlbefinden und die Zufriedenheit können gesteigert werden, während Stress und depressive Verstimmungen abnehmen. Auch die Gesundheit und die Schlafqualität sollen positiv beeinflusst werden.

Und Dankbarkeit scheint ansteckend zu sein! Sie wirkt sich nicht nur auf deine eigene Gefühlswelt aus, sondern soll auch einen positiven Einfluss auf Partnerschaften und alle anderen sozialen Beziehungen haben.

Dankbarkeit macht zufriedener und optimistischer

Forscher in den USA haben in mehreren Studien den Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und allgemeinem Wohlbefinden untersucht. In einer der Untersuchungen wurden Studenten über einen Zeitraum von neun Wochen wöchentlich zu ihrer empfundenen Dankbarkeit, diversen anderen Aspekten und ihrem Wohlbefinden befragt. Die Studenten wurden in drei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe schrieb täglich Dinge auf, für die sie dankbar ist, die zweite Gruppe hielt die Alltagsschwierigkeiten fest, denen sie begegneten, und in der letzten Gruppe wurden Lebensereignisse dokumentiert.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass sich die Studenten, die sich schriftlich mit Dankbarkeit auseinander gesetzt hatten, deutlich wohler mit ihrem Leben im Allgemeinen fühlten und optimistischer eingestellt waren als die beiden anderen Gruppen.

Dieses Ergebnis wird von einer ähnlichen Untersuchung an 65 Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen gestützt. Hier wurden zwei Gruppen gebildet: Eine Gruppe, die täglich Dinge dokumentierte, für die sie dankbar war, und eine Vergleichsgruppe, die nichts dokumentierte. Alle Probanden beantworteten täglich Fragebogen zu ihrem Befinden. Auch in dieser Studie war die Dankbarkeits-Testgruppe deutlich zufriedener mit ihrem Leben und optimistischer eingestellt.

Dankbarkeit sorgt für besseren Schlaf

Britische Forscher fanden in einer großen Befragung mit über 400 Teilnehmern heraus, dass auch die Schlafqualität mit Dankbarkeit zusammenhängt. Alle Variablen zu “gutem Schlaf” wurden mit einem stärkeren Dankbarkeitsempfinden ebenfalls höher eingestuft.

Dabei besteht vermutlich eine Wechselbeziehung zwischen Dankbarkeit und gutem Schlaf. Je mehr Dankbarkeit, desto besser der Schlaf und je besser der Schlaf, desto eher bist du bereit, Dankbarkeit zu empfinden.

Dankbarkeit verbessert deine Beziehungen

Sara Algoe von der Universität North-Carolina beschäftigt sich unter anderem mit dem Zusammenhang von ausgedrückter, kommunizierter Dankbarkeit und sozialen Beziehungen. Ihre groß angelegten Untersuchungen zeigen deutliche positive Effekte auf: sowohl gute Gefühle im Allgemeinen als auch das verstärkte Gefühl, geliebt zu sein und zu lieben.

Auch für romantische Beziehungen scheint der Ausdruck von Dankbarkeit ein Liebes-Booster zu sein. Das belegt eine langfristig angelegte Untersuchung zu den Effekten von Dankbarkeit. Sechs Monate nach Beginn der Dankbarkeitsübung war die Beziehungsqualität der Paare in der Testgruppe deutlich besser als die derer in der Kontrollgruppe ohne Dankbarkeitsübungen.

Fazit: Sei dankbar! (und sprich darüber)

Es gibt also viele gute Gründe, der Dankbarkeit eine Chance zu geben. Mit einfachen Übungen kannst du lernen, Dankbarkeit ganz bewusst zu erzeugen und ihre positiven Effekte zu nutzen.

Versuche zum Beispiel, dich regelmäßig an die letzte Situation zu erinnern, in der du wirklich dankbar warst und das Gefühl der Dankbarkeit zu erforschen. Oder nimm dir – wie in den meisten Studien zum Thema – ein Dankbarkeitstagebuch zur Hilfe. Schreib dir dazu täglich (oder so oft es geht) Gründe auf, aus denen du dankbar sein kannst, und ruf sie dir möglichst deutlich in Erinnerung. So hast du nach und nach viele Gründe zum Glücklichsein schwarz auf weiß vor dir.

Für welchen Weg du dich auch entscheidest, nimm dir am besten eine bestimmte Tageszeit vor, zu der du die Übung machen möchtest. So wird am leichtesten eine Gewohnheit daraus. Und denk daran, anderen auch zu sagen und zu zeigen, für welche Eigenschaften an ihnen, für welche Taten und Worte du dankbar bist. So wirkt Dankbarkeit auch für deine Beziehungen Wunder. Je mehr Dankbarkeit, desto besser!

Dankbarkeit empfinden durch Meditation:

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