Prüfungsstress? Nein danke! Achtsame Tipps einer Studentin

Prüfungsstress adé: Ein Mind Switch kann uns helfen, die Prüfungszeit nicht nur gelassener zu meistern, sondern auch gestärkt daraus hervorzugehen. Lies weiter und erfahre wie.

von Viola Münch

Prüfungsstress bewältigen

Mind Switch – Die Prüfungszeit neu denken

Als Sportmanagement-Studentin an der Universität Bielefeld bin ich eine von sechs Mindfulness-Botschafter*innen für 7Mind. Nach drei Jahren Berufserfahrung und dem Bachelor habe ich mich dazu entschieden, noch meinen Master zu machen. In dieser neuen Rolle als Studentin, in einer neuen Stadt und das in Zeiten von Corona laufe ich den Deadlines allerdings eher hinterher. Daher fühle ich mich nicht gerade als die prädestinierte Person, um Tipps für die Prüfungszeit zu geben. Und sind wir ehrlich: Die Tipps für ein besseres Selbstmanagement kennen wir doch schon längst.

Aber was helfen uns diese Tipps, wenn Seminarpläne kurz vor der Online-Sitzung nochmal abgeändert, Vorlesungsvideos an beliebigen Tagen hochgeladen werden und weder Prüfungstermine noch Prüfungsformen feststehen? Was bringen uns Tipps zur räumlichen Trennung von “Uni” und “Freizeit”, wenn wir in einer Einzimmerwohnung oder einer WG wohnen? Das alles sind Dinge, die wir, auch top organisiert, nicht beeinflussen können. Aber statt uns über diese Dinge aufzuregen, können wir auch an unserer Haltung dazu arbeiten, denn die können wir beeinflussen. Wenn ich nun also keine Selbstmanagement-Tipps von und für Vorzeige-Studierende geben kann, dann können die 7Mind-Botschafter*innen und ich allerdings etwas anderes besonders gut: Nämlich eine positive Haltung gegenüber Herausforderungen wie der Prüfungszeit, ob während eines “normalen” Semesters oder aktuell, einnehmen: Erlaube deinem Mind einen Switch zu machen und du wirst die Prüfungszeit mit ganz anderen Augen betrachten.

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Achtsamkeit to go

Während der Prüfungsphase lassen wir uns sehr leicht und ohne es zu bemerken von unseren Gefühlen mitreißen. Dabei können uns schon ein paar Minuten Meditation dabei helfen, aus dem Hamsterrad herauszukommen. Ein einziger Satz aus der Meditation, der uns im Kopf hängen bleibt, kann es schaffen, uns achtsamer durch die Prüfungszeit gehen zu lassen. Doch genau in solchen Zeiten nehmen wir uns oft nicht die Zeit dafür. Wie wäre es dann mit einer Meditation über Kopfhörer in der Bahn, auf dem Rad, beim Einkaufen oder als Einschlafgeschichte? Neben geführten Achtsamkeits-Meditationen höre ich mir so auch häufig Power Talks oder Positive Affirmationen an. Diese kurzen inspirierenden, motivierenden, bestärkenden und positiven “Sprachnachrichten” bringen uns in Sekundenschnelle weg von einer gleichgültigen oder negativen Stimmung und hin zu mehr Selbstbewusstsein. Was mir außerdem vor Präsentationen und mündlichen Prüfungen hilft, sind Visualisierungen. Dabei spiele ich den optimalen Verlauf der Situation gedanklich durch und verknüpfe diese Gedanken und Bilder mit positiven Emotionen wie Selbstbewusstsein, Freude und Ausgeglichenheit. Es gibt tatsächlich Studien, die belegen, dass wir Ereignisse in unser Leben ziehen können, umso stärker wir Gedanken mit Emotionen verknüpfen

"Wovor fürchtest du dich eigentlich? Ist es die Angst, vor anderen Menschen zu stehen und zu reden? Höre deine Gedanken, aber hör’ nicht auf deine Gedanken. Setze den Fokus der Präsentation nicht auf dich, sondern auf das Thema. Alle hören dir nämlich zu, um das Thema kennenzulernen, nicht dich! Freu dich also, dass du vorne stehen darfst, um dein Wissen zum Thema weiterzugeben"

– Denkanstoß zum Thema “Präsentation" von Joshua, 7Mind-Botschafter an der Hochschule Darmstadt

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3 Fragen für den Mind Switch

Prüfungs“stress”?

Wie sprechen wir über die Prüfungszeit? Sind wir bereits gestresst, wenn wir nur das Wort “Prüfungsstress” hören? Sind wir gestresst, weil ein Studierender in der Prüfungszeit nun mal gestresst sein sollte? Lasst uns also das Wort “Prüfungsstress” ab jetzt aus unserem Wortschatz verbannen und diese Zeit ganz neutral “Prüfungszeit” nennen. So machen wir unserem Kopf klar, dass Prüfungen und Stress nicht zwangsläufig zusammengehören müssen.

Mein Warum

Mit der bewussten Entscheidung für unser Studium haben wir uns nun mal auch für die damit einhergehende Prüfungszeit entschieden. Daran knüpft auch die Frage nach der Sichtweise, die wir auf unser Studium haben, an: Habe ich mich tatsächlich bewusst für dieses Studium entschieden? Gibt es eine Alternative? Für mich spielt dabei maßgeblich die Frage nach meinem “Warum” eine Rolle. Zur Beantwortung dieser Frage nutze ich meine To-do-Liste und schreibe hinter jeden Punkt mein Motiv, den höheren Sinn, der für mich hinter der zu erledigenden Aufgabe liegt: Nehme ich mir Zeit für Freunde oder Familie, weil ich das “muss” oder doch weil es mir wichtig ist oder gut tut? Sehen wir hinter einem To-do keinen größeren Sinn, lassen sich “Energieräuber” identifizieren und Konsequenzen daraus ziehen. Gleichzeitig können wir mit dieser Methode aber auch verschiedenen To-dos einen Sinn verleihen: Schreibe ich den Essay, weil es eine Pflichtleistung ist? Oder kann ich ihn als Übung sehen, um meinen Schreibstil zu verbessern, weil ich irgendwann mal einen Beitrag für das 7Mind-Magazin schreiben möchte? Im Idealfall werden wir uns so unserem Warum bewusst. Damit fällt es uns leichter, die herausfordernde Prüfungszeit anzunehmen, zu meistern und sogar positiv für unser Leben zu nutzen.

Wer will ich in der Prüfungszeit sein?

Es ist diese kraftvolle Fragestellung, die mir bei meinem Wiedereinstieg ins Studentenleben in einem neuen Umfeld mehr als alles andere geholfen hat: “Welcher Mensch möchte ich für mich selbst und für meine Freunde während der Prüfungszeit und vor einer Klausur sein?“ Möchte ich zu jenen gehören, die nur das Negative sehen, alle verrückt machen, sich nur um sich selbst kümmern und von Prüfungs“stress” sprechen? Oder möchte ich meine Hilfe anbieten, die Aufregung nehmen und für gute Laune sorgen? Sich diese Frage Tag für Tag zu beantworten, kann uns einerseits helfen, aus altbekannten Mustern herauszukommen und positive Energie auszusenden. Andererseits ist die Prüfungszeit eine Zeit für Wachstum: Nämlich genau dann, wenn wir es schaffen, auch in dieser herausfordernden Zeit unsere Werte zu leben.

"Wenn wir das große Ganze nicht aus den Augen verlieren, nicht in unseren eigenen Gedanken gefangen sind, die Welt um uns herum wahrnehmen, um zu merken, dass wir selbst und auch unsere Probleme eigentlich so klein sind – wie wichtig und schlimm kann dann eine Klausur im Verhältnis zu einem ganzen Leben sein?"

– Denkanstoß zum Thema „Klausur“ von Julia, 7Mind-Botschafterin an der Uni Mannheim


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Eigentlich wollte ich heute, aber…

Theoretisch wissen wir natürlich, was uns in der Prüfungsphase gut tun würde: Bewegung, gesunde Ernährung, Pausen schaffen, genügend Schlaf, etc.. Praktisch wissen wir aber auch, dass wir das in den seltensten Fällen (zeitlich) schaffen. Häufig stressen uns dann sogar genau die Dinge, die uns eigentlich gut tun sollten. Ich habe für mich gelernt, dass es nicht nur okay, sondern sogar sehr hilfreich ist, mich in der Prüfungszeit auf die Prüfungen zu fokussieren und andere Dinge hinten anzustellen. Nimmt man sich selbst diesen Druck, dann ist das sehr erleichternd. Was wirklich in uns steckt, unser ganzes Potential und unsere Stärken können wir nur dann entfalten, wenn wir fokussiert sind. Wie schön ist es dann, im Rückblick zu realisieren, was wir in der Prüfungszeit alles geschafft haben und in der Lage sind zu leisten. Der Kern, um wirklich fokussiert zu arbeiten, ist also, dass wir achtsam auf uns hören und daraufhin bewusste Entscheidungen treffen. Eine bittere Erkenntnis für uns Studierende: Wenn wir prokrastinieren, dann sind wir nicht fokussiert. Auch hier lohnt es sich, achtsam und bewusst hinzuschauen:

"Der wahre Grund warum wir prokrastinieren, ist nicht fehlende Motivation oder Faulheit, sondern das Gefühl, dass wir mit der bevorstehenden Aufgabe verbinden. Fühlt man sich einer Aufgabe nicht gewachsen, verbindet gar Angst oder Frustration damit, lenkt man sich lieber ab, anstatt sich mit diesen Gefühlen auseinanderzusetzen. Sei ehrlich zu Dir: “Was ist der wahre Grund, warum ich diese Aufgabe vor mir herschiebe?"

– Denkanstoß zum Thema “Prokrastination“ von Karina, 7Mind-Botschafterin an der TH Mittelhessen

Mind Switch: Die Prüfungszeit neu denken

Ich mag die Prüfungszeit – vor allem wenn sie vorbei ist: Dank der Prüfungszeit habe ich gelernt, dass das Leben aus Anspannung und Entspannung besteht, und es genau das ist, was das Leben ausmacht. Denn erst durch die intensive Prüfungsphase weiß ich die prüfungsfreie Zeit viel mehr zu schätzen. Außerdem hat mir die Prüfungszeit gelehrt, meinen Fokus auf die Dinge zu legen, die ich beeinflussen kann: Wenn ich den Mind Switch von “Prüfungsstress” hin zu “Prüfungszeit annehmen und für mich nutzen” schaffe, dann lässt mich das nicht nur gelassener durch die Prüfungsphase gehen, sondern auch als Mensch wachsen und mir meiner Potentiale bewusst werden. Mit dieser Haltung fiel mir die letzte Prüfungszeit um einiges leichter und das zu wissen hilft doch schon, um sich langsam mit der aktuellen Prüfungszeit anzufreunden.

Eines ist sicher, ob im “normalen” Semester oder aktuell: Ich habe zu jeder Zeit Mitstreiter*innen an meiner Seite, wir helfen uns gegenseitig und dieses Gemeinschaftsgefühl ist doch das Besondere des Studentenlebens – und das werde ich jede Sekunde genießen.

Bild 1: Siora Photography auf Unsplash

Bild 2: Eliabe Costa auf Unsplash

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