Von Siri Fre­ricks

Sci­ence Snack #10:

Selbst­ver­trauen psy­cho­lo­gisch ver­ste­hen

Die Psy­cho­lo­gin Siri Fre­ricks von 7Mind ver­sorgt uns im neuen Format Sci­ence Snack“ regel­mä­ßig mit den neu­es­ten Erkennt­nis­sen aus der Wis­sen­schaft — rund um Psy­cho­lo­gie, Acht­sam­keit und Medi­ta­tion.


Sowohl in spi­ri­tu­el­len Strö­mun­gen, als auch in der Psy­cho­lo­gie spielt das, was wir als Selbst” bezeich­nen, auf ver­schie­dene Arten und Weisen eine wich­tige Rolle. In diesem Sci­ence Snack erfährst du mehr dar­über, was das Selbst ist und was viel­leicht eher nicht. Es geht darum, wie Acht­sam­keit und Medi­ta­tion dich im Umgang mit inne­ren Vor­gän­gen des Selbsts beglei­ten können. Außer­dem stelle ich dir den neuen 7Mind Wis­sens­kurs über Selbst­ver­trauen vor, der dich mit­hilfe von Defi­ni­tio­nen, Model­len, Stu­dien und Refle­xi­ons­fra­gen dabei unter­stützt, unter­schied­li­chen selbst­be­zo­ge­nen Pro­zes­sen tiefer auf den Grund zu gehen. 

Was ver­steht die Psy­cho­lo­gie unter dem Selbst?

Spre­chen Psycholog:innen vom Selbst, ist damit in der Regel eine kom­plexe Samm­lung von Wis­sens- und Gedächt­nis­in­hal­ten gemeint, die die eigene Person betref­fen, inklu­sive deren Bewer­tung. Dem­nach haben wir als Men­schen ein Kon­zept davon, wie wir sind und was uns aus­macht — dazu gehö­ren unter ande­rem Per­sön­lich­keits­merk­male, Kom­pe­ten­zen, Inter­es­sen und auch Gefühle oder Ver­hal­tens­wei­sen. Kei­nes­falls geht es dabei um eine objek­tive Beob­ach­tung: die eigene Bewer­tung dessen wird gleich mit­ge­lie­fert und prägt den soge­nann­ten Selbst­wert. Zwei Men­schen, die die glei­che Eigen­schaft bei sich wahr­neh­men, könn­ten auf­grund unter­schied­li­cher Bewer­tun­gen dieser Eigen­schaft also zu völlig unter­schied­li­chen Bil­dern von sich Selbst kommen. 

Recht ver­brei­tet ist außer­dem die Unter­schei­dung des realen Selbst vom mög­li­chen Selbst. Viel­leicht kennst du das von dir: Du hast eine bestimmte Per­spek­tive auf dich in der Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft — gleich­zei­tig siehst du auch Mög­lich­kei­ten für dich, ganz anders zu sein. Das kann uns zum Bei­spiel helfen, Moti­va­tion für Ver­än­de­run­gen auf­zu­brin­gen. Daran wird auch deut­lich, dass die Psy­cho­lo­gie das Selbst nicht als star­res, unver­än­der­ba­res Gebilde begreift. Son­dern viel­mehr als dyna­mi­sches und fle­xi­bles System, das sich stetig ent­wi­ckelt — abhän­gig von situa­ti­ven Kon­tex­ten und über die gesamte Lebens­spanne hinweg. 

Einige Men­schen erle­ben ihr Selbst als sehr dyna­misch, andere emp­fin­den es eher als stabil oder gar starr. Wie ist das bei dir? Zum Bei­spiel, wenn du an daran denkst, wie du dein Selbst vor 10 Jahren wahr­ge­nom­men hast? Welche Gedan­ken und Gefühle tau­chen auf, wenn du über das nach­denkst, was du Selbst nennst? Kommt es dir jedes Mal sehr ähn­lich vor, wenn du dar­über reflek­tierst? Oder zeigen sich immer wieder auch andere Aspekte?

persoenlichkeitsentwicklung


Selbst oder Nicht-Selbst: Ist das hier die Frage?

Nicht nur in der west­li­chen Psy­cho­lo­gie, son­dern auch im Bud­dhis­mus beschäf­ti­gen sich Men­schen mit der Frage nach dem Selbst bzw. dem Nicht-Selbst. Die bud­dhis­ti­sche Lehre von der Unper­sön­lich­keit deutet hin auf die Erkennt­nis oder Erfah­rung, dass da kein festes, unver­än­der­ba­res Ich ist. Son­dern viel­mehr ein sich stän­dig ver­än­dern­des Sein, dass von unzäh­li­gen Fak­to­ren abhängt, wie bei­spiels­weise der Tages- oder Jah­res­zeit, dem Alter, der Gesund­heit oder der Umge­bung eines Men­schen. Dem­nach ist das Selbst mal freu­dig und mal trau­rig, mal hung­rig und mal gesät­tigt, mal ist es ver­liebt und zu einem ande­ren Zeit­punkt nicht. Werden diese Selbst­be­schrei­bun­gen als vor­über­ge­hende, wech­selnde Zustände begrif­fen, ist es nahe­lie­gend, sie als eher unper­sön­li­che Zustände zu sehen, anstatt als etwas, das man besitzt oder das einem zuge­hö­rig ist. 

Wenn wir uns zwei fröh­li­che Men­schen vor­stel­len, könnte die­je­nige mit einem eher star­ren Selbst­kon­zept sagen: Ich bin ein fröh­li­cher Mensch. Eine Person, die die gerade beschrie­bene, bud­dhis­ti­sche Per­spek­tive ein­nimmt, würde womög­lich eher etwas sagen, wie: Ich bin ein Mensch und jetzt gerade fröh­lich. Das ver­deut­licht auch, dass es bei dieser Per­spek­tive nicht darum geht, dass es kein Ich gäbe, das wir im Alltag im Umgang mit Ande­ren natür­lich benö­ti­gen, son­dern (…) dass das Ich ein dyna­mi­sches und stets flüch­ti­ges Phä­no­men ohne eige­nen Wesens­kern ist.” (Bud­dha­stif­tung, 2021).

Selbst­be­wusst durch Acht­sam­keit

2020 wurde in einem inter­na­tio­na­len, wis­sen­schaft­li­chen Maga­zin ein span­nen­der Arti­kel zu Acht­sam­keit und Selbst­be­wusst­sein ver­öf­fent­licht. Die Autor:innen erforsch­ten darin die Rolle des gebün­del­ten Wis­sens über sich selbst im Kon­text von Acht­sam­keit und Wohl­be­fin­den. Dafür nahmen 118 Men­schen an einem Kurs über acht­sam­keits­ba­sierte Stress­re­duk­tion teil und beant­wor­te­ten zu Beginn und am Ende des Pro­gramms Fra­ge­bö­gen zu psy­chi­schen Sym­pto­men, zu Stress, zu den fünf Facet­ten der Acht­sam­keit (Beob­ach­ten, Beschrei­ben, mit Auf­merk­sam­keit han­deln, Akzep­tie­ren ohne Bewer­tung & Nichtre­ak­ti­vi­tät) und zum gebün­del­ten Selbst­wis­sen. Die Ergeb­nisse ver­deut­lich­ten die Effekte der Acht­sam­keits­pra­xis: Mit Medi­ta­tion und All­tags­acht­sam­keit übten die Teil­neh­men­den unter ande­rem, sich selbst acht­sam zu beob­ach­ten und innere Vor­gänge nicht zu bewer­ten. Dadurch stieg nicht nur ihr Selbst­wis­sen an, auch psy­chi­sche Sym­ptome nahmen ab. Des­halb kommen die For­schen­den zu dem Schluss, dass das acht­same Beob­ach­ten und Nicht-Bewer­ten von sich selbst uns dabei hilft, mehr über uns zu erfah­ren. Was wie­derum zu einem höhe­ren Wohl­be­fin­den bei­tra­gen kann. 

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Stille deine Neu­gier mit dem Wis­sens­kurs zu Selbst­ver­trauen

Schon dieser kurze Sci­ence Snack macht deut­lich: zum Thema Selbst gibt’s viele Fragen und eini­ges an Rede­be­darf. Ob es nun um Selbst­bil­der geht, um das Selbst­wert­ge­fühl, Selbst­si­cher­heit, Selbst­wirk­sam­keit oder etwas ande­res. Aus den Fragen, die uns bei 7Mind beson­ders beschäf­tigt haben, ist des­halb ein Wis­sens­kurs mit 7 Ein­hei­ten gewor­den — jede circa zehn-minü­tige Folge widmet sich einem Thema etwas tiefer. 

Im Kurs bekommst du nicht nur einen iso­lier­ten Ein­druck von ein­zel­nen Themen — wir bespre­chen auch, wie diese Dinge zusam­men­spie­len, wenn es darum geht, das Ver­trauen in sich selbst zu för­dern.

– In ersten Ein­heit begin­nen wir mit dem Selbst­bild. Es geht darum, wie wir uns selbst und die eige­nen Fähig­kei­ten wahr­neh­men und bewer­ten. Denn diese oft unbe­wusste Ein­schät­zung kann einen wesent­li­chen Ein­fluss darauf haben, ob, wann und wie sehr das eigene Selbst­ver­trauen aus­ge­prägt ist. Dafür spre­chen wir über zwei ver­schie­dene, psy­cho­lo­gi­sche Ansätze zum Selbst­bild. Dich erwar­ten Refle­xi­ons­fra­gen und Ideen, wie du dein posi­ti­ves Selbst­bild stär­ken kannst.

– In der zwei­ten Folge hast du die Mög­lich­keit zu reflek­tie­ren, wie es zur Zeit um dein Selbst­wert­ge­fühl bestellt ist. Ein gerin­ges Selbst­wert­ge­fühl kann das ver­trau­ens­volle Ver­hält­nis gegen­über eige­ner Fähig­kei­ten und die gene­relle Akzep­tanz sich selbst gegen­über beein­träch­ti­gen, wäh­rend ein posi­ti­ves Selbst­wert­ge­fühl sich bestär­kend aus­wir­ken kann.

– Ein wich­ti­ges Kon­zept in der Psy­cho­lo­gie ist außer­dem die soge­nannte Selbst­wirk­sam­keit. Dabei geht es um das sub­jek­tive Gefühl und die Über­zeu­gun­gen von der eige­nen Hand­lungs­kraft — und um die Frage: was kann ich bewe­gen? Es hat also etwas mit dem Ver­trauen zu tun, Ver­än­de­run­gen selbst her­bei­füh­ren und Ziele errei­chen zu können, wenn wir das möch­ten.

– Wir werden uns auch mit Selbst­si­cher­heit und Selbstun­si­cher­heit beschäf­ti­gen. Es geht dabei um die Fragen, welche Rolle ein siche­res Selbst­ge­fühl im Kon­takt mit ande­ren spielt.

– In den letz­ten Jahren ist ein Kon­zept in der psy­cho­lo­gi­schen und acht­sam­keits­ori­en­tier­ten For­schung immer prä­sen­ter gewor­den: das Selbst­mit­ge­fühl. Des­halb widmen wir uns auch den theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Grund­la­gen dieses Kon­zepts. Das Selbst­mit­ge­fühl ist im Zusam­men­hang mit Selbst­ver­trauen inter­es­sant, weil es dazu bei­tra­gen kann, die Per­spek­tive auf sich selbst, eigene Her­aus­for­de­run­gen und Schwie­rig­kei­ten zu ver­än­dern. Denn es lehrt uns einen freund­li­chen, mit­füh­len­den Umgang mit uns selbst.

– Im Ver­lauf des Kurses schauen wir uns auch an, welche Rolle Akzep­tanz und Ver­ant­wor­tung spie­len, wenn wir das Ver­trauen in uns selbst stär­ken möch­ten. Dabei gehen wir der Frage nach, warum es hilf­reich ist, Ver­ant­wor­tung für sich und die eige­nen Bedürf­nisse und Ziele zu über­neh­men. Und wie Selbst­ak­zep­tanz uns helfen kann, das Hier und Jetzt anzu­neh­men und posi­tive Ver­än­de­run­gen anzu­sto­ßen.

– Zu guter Letzt erfährst du etwas dar­über, wie du mit­hilfe von Acht­sam­keit und Medi­ta­tion dein Bewusst­sein über dich selbst stär­ken kannst. Und wie dieses Selbst­be­wusst­sein dein Wohl­be­fin­den för­dert.

Wie stark unser Selbst­ver­trauen aus­ge­prägt ist, wird also von ver­schie­de­nen Fak­to­ren beein­flusst. Und genau an diesen Aspek­ten können wir auch anset­zen, wenn wir es för­dern möch­ten. Falls du jetzt neu­gie­rig gewor­den bist, schau gern in der 7Mind App vorbei und hör dir den Wis­sens­kurs zu Selbst­ver­trauen an. Wir hoffen, er ist eine gute Beglei­tung für dich und auf deinem Weg.

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