von Alex­an­dra Gün­ther

Du hast es sicher schon einmal aus­pro­biert, ob im Schul­sport, beim Yoga oder beim Dehnen nach dem Sport – auf einem Bein stehen. Was sich nach einer simp­len Übung anhört, erfor­dert echte Anstren­gung, möchte man länger als ein paar Sekun­den stehen. Ein Trick, auf den man dabei meist unbe­wusst zurück­greift: Man fokus­siert einen Punkt im Raum, an der Decke oder vor dem inne­ren Auge. Die men­tale Kon­zen­tra­tion hilft dabei, ruhig zu stehen. Und schon ist man auto­ma­tisch ganz im Moment. 

Wie innere und äußere Balance zusam­men­hän­gen

Diese men­tale Fokus­sie­rung ist des­halb so hilf­reich, weil unser Gehirn tat­säch­lich nicht zwi­schen men­ta­len und realen Bil­dern unter­schei­det. Das lässt sich sogar an den Reak­ti­ons­mus­tern im Kern­spin­to­mo­gra­phen bele­gen. Für das Gehirn ähneln sich tat­säch­lich erlebte und visua­li­sierte Bilder“ bis ins Detail. Und das ist nicht nur mit Bil­dern so, son­dern auch mit Emo­tio­nen. Auf diesem Phä­no­men basie­ren Tech­ni­ken wie Auto­ge­nes Trai­ning, Inter­na­li­sie­rung guter Objekte“ oder Man­tren. Und es lässt sich auch nutzen, um ins innere Gleich­ge­wicht zu kommen. 

Stel­len wir uns mental einen Zustand inne­rer Balance vor, ist das für unser Gehirn das Glei­che wie diesen Zustand wirk­lich zu erle­ben. Es reicht also schon, dir bewusst zu machen, in wel­chen Situa­tio­nen du dich aus­ge­gli­chen fühlst und dir diesen Zustand vor­zu­stel­len. Ob das bei einem Wald­spa­zier­gang im Winter ist, beim aus­ge­las­se­nen Lachen mit deinem Kind oder im Moment nach dem Medi­tie­ren – das Visua­li­sie­ren dieser Situa­tion hilft dir, den Zustand inne­rer Balance auch tat­säch­lich zu errei­chen.

Durch regel­mä­ßi­ges Medi­tie­ren lässt sich dieser Effekt trai­nie­ren und immer leich­ter abru­fen. Indem wir uns in einen Zustand der Acht­sam­keit“ ver­set­zen – also die volle Auf­merk­sam­keit bewusst auf den Moment rich­ten, ohne ihn zu bewer­ten – befin­den wir uns in einem Moment inne­ren Gleich­ge­wichts. Bei regel­mä­ßi­ger Übung reicht es schon aus, sich im Laufe des Tages kurz daran zu erin­nern, um diesen Moment zu reak­ti­vie­ren. So wird der Zustand der Balance nach und nach in den Alltag inte­griert.

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Die beein­dru­ckende Kraft der Gedan­ken

Wie stark die Kraft der Gedan­ken ist, ver­deut­licht eine inter­es­sante Unter­su­chung. Dass es durch men­tale Balance leich­ter wird, auf einem Bein zu stehen, können wir zwar spüren aber schlecht messen. Doch mit dem rich­ti­gen Ver­suchs­auf­bau lässt sich die Wir­kung der Gedan­ken auf den Körper unter­su­chen. Hierzu hat eine For­scher­gruppe der Ohio Uni­ver­sity sechs Wochen lang zwei Grup­pen mit ähn­li­chem Tages­ab­lauf und Ernäh­rung beob­ach­tet. Doch die eine Gruppe absol­vierte zusätz­lich fünf­mal pro Woche ein kurzes men­ta­les Trai­ning, bei dem sich die Teil­neh­mer vor­stell­ten, ihren Unter­arm mit aller Kraft gegen einen schwe­ren Gegen­stand nach oben zu drü­cken.

Das beein­dru­ckende Ergeb­nis: Die men­tale Trai­nings­gruppe hatte die Mus­kel­kraft ihres Ober­arms um durch­schnitt­lich 10,8 Pro­zent erhöht. Es ist also nicht nur ein vages Gefühl, dass wir plötz­lich ruhi­ger auf einem Bein stehen können, wenn wir auch inner­lich ruhig sind. Denn die men­tale Sti­mu­la­tion bestimm­ter Gehirn­areale stärkt die Ver­bin­dung von Gehirn und Körper. Und das hat unmit­tel­bare Aus­wir­kun­gen auf den Körper. 

Aus­ge­gli­chen­heit ist anste­ckend

Du fühlst dich unru­hig oder ein­fach nicht im Gleich­ge­wicht, hast aber gerade jetzt keine Zeit, um direkt Abhilfe zu schaf­fen? Dann stell dir ein­fach vor, wie du etwas machst, das dich aus­ba­lan­ciert. Begib dich in Gedan­ken zum Bei­spiel in die Yoga-Posi­tion des Baums oder stell dir vor, wie du dich auf dein Medi­ta­ti­ons­kis­sen setzt und beginnst zu medi­tie­ren. Schon allein die Nut­zung dieses Gedan­ken­pfads wird dich und deinen Körper beru­hi­gen und deine innere Balance stär­ken.

Innere Aus­ge­gli­chen­heit bringt Gelas­sen­heit und Selbst­be­herr­schung mit sich und wirkt so auch auf dein Umfeld. Bei regel­mä­ßi­ger Übung, zum Bei­spiel durch Medi­ta­tion, lernst du, dein Gleich­ge­wicht länger bei­zu­be­hal­ten – auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen. Selbst bei aggres­si­ven Gesprächs­part­nern blei­ben Medi­tie­rende erstaun­lich ruhig. Sie schaf­fen es, ihre ent­spannte Hal­tung zu bewah­ren. Und das Beste daran: Dieses Aus­blei­ben einer (aggres­si­ven) Reak­tion beru­higt auch das Gegen­über. Man bleibt also nicht nur selbst in der inne­ren Balance, son­dern hilft auch, die Gesamt­si­tua­tion aus­zu­glei­chen. Somit kannst du mit den rich­ti­gen men­ta­len Stra­te­gien nicht nur dir, son­dern auch deinen Mit­men­schen zu mehr Aus­ge­gli­chen­heit ver­hel­fen.

Möge die Macht mit dir sein. :)

Aus­ge­gli­che­ner werden dank Medi­ta­tion
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