Von Sarah Schömbs

Weih­nach­ten steht vor der Tür und somit das jähr­li­che Weih­nachts­feier-Chaos. Zwi­schen einem gemein­sa­men Glüh­wein nach der Arbeit und der großen Weih­nachts­feier zum Jah­res­ab­schluss fragen sich viele, wie diese ganz beson­dere Zeit im Jahr gestal­tet werden kann. Wäh­rend wir in der Fami­lie häufig ganz kon­krete Vor­stel­lun­gen davon haben, wie das Weih­nachts­fest – inklu­sive vor­her­ge­gan­ge­ner Advents­wo­chen­en­den – aus­zu­se­hen hat, wissen wir häufig nicht, wie und was am Arbeits­platz ange­mes­sen und gefragt ist. Und das, obwohl wir die meiste Zeit im Jahr am Arbeits­platz ver­brin­gen.

Statt also die übli­che Christ­mas e-Card oder Whats­app-Nach­richt an das Kol­le­gium zu ver­schi­cken und auf der jähr­li­chen Weih­nachts­feier aus­zu­ar­ten – wie wäre es, die gemein­same Weih­nachts­zeit auch am Arbeits­platz acht­sam zu gestal­ten? Schließ­lich ver­brin­gen wir bis zu 40h die Woche mit Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen. Grund genug, sich gemein­sam zu feiern und kleine Gesten der Dank­bar­keit aus­zu­tau­schen. Denn obgleich das Jahr Höhen und Tiefen mit sich brachte und hier und da Kon­flikt­po­ten­tial bot, habt ihr mit Gewiss­heit einige Erfolge feiern können. Per­sön­lich und Beruf­lich. Hier sind 3+1 Last-Minute Ideen für eine gemein­same Weih­nachts­zeit am Arbeits­platz.

Plätz­chen backen und ein­fach schnacken

Es ist warm, gemüt­lich und der Duft von Zimt und Nelke liegt in der Luft. Weih­nach­ten ist die Zeit des Leb­ku­chens, Spe­ku­la­tius und der Zimt­sterne. Bestimmt kennst auch du dieses ganz bestimmte, beson­dere Gefühl, das nur eine Tasse Tee und ein Weih­nachts­plätz­chen aus­lö­sen kann?
Wie wäre es, dieses Gefühl für einen Tag auch mit deinen Kol­le­gIn­nen zu teilen? Nehmt euch gemein­sam Zeit, an einem Nach­mit­tag Plätz­chen zu backen und ein­fach zu schnacken. Dabei geht es nicht darum, bereits um 16 Uhr den Com­pu­ter her­un­ter­zu­fah­ren oder das Tele­fon auf laut­los zu stel­len. Viel­mehr geht es darum, den Arbeits­kram für einen Moment bei­seite zu legen, sich per­sön­lich ken­nen­zu­ler­nen und mehr als nur E- Mails mit­ein­an­der aus­zu­tau­schen. Was war dein High­light des Jahres? Wie ver­bringst du deine Weih­nachts­fe­rien? Was ist dein Lieb­lings­ge­bäck? Genießt gemein­sam das Ende des Jahres. Viel­leicht wollt ihr euch zwei oder drei lus­tige Fragen über­le­gen, die ihr ein­an­der stel­len könnt. Das Inter­net bietet eine Reihe von vielen außer­ge­wöhn­li­chen Fragen, die mit Sicher­heit das Gespräch ins Rollen brin­gen und das Eis bre­chen!

Bio­gra­phi­cal Camp­fire

Wie bereits gesagt, ist die Weih­nachts­zeit eine wun­der­volle Zeit, um dein Kol­le­gium rich­tig ken­nen­zu­ler­nen und sich Zeit für­ein­an­der zu nehmen. Die wich­tigs­ten Auf­ga­ben sind erle­digt und das Jahr ist so gut wie abge­schlos­sen. Eine schöne Mög­lich­keit also, um mehr als nur Büro-Small­talk aus­zu­tau­schen und acht­sa­mes Zuhö­ren zu trai­nie­ren. Eine Übung, die beide Seiten ver­eint ist das soge­nannte Bio­gra­phi­cal Camp­fire. Wir haben diese Übung selbst aus­pro­biert und sind ein­fach nur begeis­tert! Sie nimmt etwa 45 Minu­ten in Anspruch und kann über­all und zu jeder Zeit aus­pro­biert werden. 

Acht­sam zuhö­ren und gemein­sam zurück­bli­cken

Findet euch zunächst in Grup­pen mit jeweils etwa 3 Mit­glie­dern zusam­men. Bes­ten­falls kennt ihr eure Grup­pen­mit­glie­der wenig oder hattet zumin­dest noch nicht die Gele­gen­heit, sie inten­siv ken­nen­zu­ler­nen. Im nächs­ten Schritt wird der Timer gestellt und eine*r aus der Gruppe star­tet, indem er/​sie die Frage Welche Ereig­nisse in deinem Leben haben dich ins Hier und Jetzt geführt?” beant­wor­tet. Du hast 10 Minu­ten Zeit, um die Frage zu beant­wor­ten und ent­schei­dest selbst, wie und in wel­chem Umfang du die Frage beant­wor­ten möch­test.
Es gibt keine Regel außer die, dass die ande­ren Grup­pen­mit­glie­der wäh­rend der 10 Minu­ten nicht spre­chen dürfen. Auf­merk­sa­mes Zuhö­ren ist ange­sagt. Auch ver­bale Zustim­mun­gen wie mhh” oder ahh” soll­ten mög­lichst ver­mie­den werden.
Nach Ablauf der 10 Minu­ten wird eine Minute geschwie­gen. Diese Zeit ermög­licht es jedem, die Worte nach­klin­gen zu lassen und zu ver­ar­bei­ten. Dann ist Feed­back mög­lich, aber nicht nötig. Nach etwa 5 Minu­ten ist der oder die nächste dran mit erzäh­len. Also, welche Ereig­nisse in deinem Leben haben dich ins Hier und Jetzt geführt?

Ihr könnt die Übung sowohl in klei­ner Runde mit euren jewei­li­gen Team­mit­glie­dern oder in großer Runde abtei­lungs­über­grei­fend prak­ti­zie­ren. Du wirst schnell merken, wie wenig du doch über deine Pro­jekt­lei­te­rin oder deinen Büro­nach­barn weißt und wie schön es ist, per­sön­li­che Dinge und die Geschichte dieses Men­schen zu erfah­ren.

Acht­sa­mes Zuhö­ren lernen mit Medi­ta­tion:
7Mind kos­ten­los star­ten


Als Unter­neh­men helfen, spen­den und selbst aktiv werden

Beson­ders zu Weih­nach­ten schlägt so man­ches Retter-Herz und das Bedürf­nis, zu geben, ist groß. Schließ­lich ist Weih­nach­ten das Fest der Liebe. Das Ange­bot an Spen­den- und Hilfs­ak­tio­nen ist riesig — von Sup­pen­kü­chen über lokale Kir­chen­pro­jekte bis hin zu Online-Spen­den reicht das Meer an Mög­lich­kei­ten.

Eine sehr beliebte Aktion ist Weih­nach­ten im Schuh­kar­ton” der christ­li­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tion Samaritan’s Purse. Die Aktion ver­läuft wie folgt: Du kannst als Ein­zel­per­son, Unter­neh­men oder sons­tige Gruppe Schuh­kar­tons packen, indem du sie schmückst und mit Geschen­ken wie Kin­der­spiel­zeug oder Süßig­kei­ten füllst. Die gepack­ten Schuh­kar­tons können dann bei koope­rie­ren­den Abgabe- und Sam­mel­stel­len abge­ge­ben werden. Zuletzt werden die Schuh­kar­tons von ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern noch einmal kon­trol­liert und geprüft, bis sie pünkt­lich zu Weih­nach­ten an Kinder in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen ver­teilt werden. Die Abgabe der Schuh­kar­tons läuft jedes Jahr bis Mitte Novem­ber. Unter­neh­men können soge­nannte Pack­par­tys ver­an­stal­ten, Sach­spen­den abge­ben oder selbst als Abga­be­ort gelis­tet werden. Die Aktion ist für dieses Jahr bereits so gut wie abge­schlos­sen, doch wir woll­ten nichts­des­to­trotz die Gele­gen­heit nutzen, um dieses wun­der­volle Pro­jekt zu teilen! Denn Weih­nach­ten ist schließ­lich alle Jahre wieder und es erge­ben sich jedes Jahr tolle Mög­lich­kei­ten, zu helfen und Bedürf­tige zu unter­stüt­zen.

Eine wei­tere tolle Aktion heißt Kochen für Freunde” und kommt von der Orga­ni­sa­tion Unicef. Diese Aktion ist nicht not­wen­di­ger­weise an Weih­nach­ten gekop­pelt und kann zu jeder Jah­res­zeit umge­setzt werden. Alles was du hier­für tun musst, ist einen ent­spann­ten, gemüt­li­chen Koch­abend mit deinen Freun­den zu ver­an­stal­ten. Lade deine Liebs­ten ein und bereite Ihnen ein kuli­na­ri­sches Feu­er­werk. Deine Gäste können am Ende bestim­men, wie viel Ihnen dein Fest­mahl wert war und was sie dafür geben möch­ten. Die Spen­den schickst du dann ein­fach an Unicef. Das Geld geht direkt an die Flücht­lings­hilfe in Syrien. Bevor deine Liebs­ten zu Besuch kommen, kannst du online ein Akti­ons­pa­ket bestel­len, dass Infor­ma­ti­ons­ma­te­rial zur Aktion lie­fert, Rezep­t­ideen lie­fert und sogar Ein­la­dungs- und Tisch­kar­ten bereit­hält.

Wenn deine Zeit knapp ist und du trotz­dem etwas Gutes tun möch­test, kannst du dich bei­spiels­weise auf der Web­site von Oxfam umschauen. Hier kannst du nicht nur Geld son­dern direkt eine Ziege zu spen­den. Oxfam Unver­packt” heißt die Aktion und ermög­licht es dir, bei­spiels­weise Hühner, Bienen oder Nah­rungs­mit­tel­pa­kete zu ver­schen­ken — dort­hin, wo es gebraucht wird. 

All diese Aktio­nen lassen sich natür­lich genauso gut mit deinen Kol­le­gIn­nen umset­zen. Je mehr, desto besser! Star­tet gemein­sam eure Hilfs­ak­tion und tut etwas Gutes. Für ein acht­sa­mes und bewuss­tes Mit­ein­an­der.

weihnachten-kollegen


3+ 1 Die Weih­nachts­feier: Ideen, Spiele, Out­fits

Die Weih­nachts­feier ist für viele der Höhe­punkt des Jahres. Die Monate sind geschafft und die Ziele erreicht. Jetzt darf aus­ge­las­sen gefei­ert und sich ordent­lich auf die Schul­ter geklopft werden. Doch anstatt in einem Restau­rant zu sitzen, sich den Bauch voll­zu­schla­gen und in einen ent­spann­ten Alko­hol­rausch zu fallen — wie wäre es, den Abschluss des Jahres gemein­sam wert­zu­schät­zen und das Team zu stär­ken? Diese 3+1 klei­nen Ideen machen eure Weih­nachts­feier zu einem lus­ti­gen, ent­spann­ten und unter­halt­sa­men Abend!

Bevor sich also alle dem 3-Gänge-Menü widmen, nehmt euch gemein­sam die Zeit, um zurück zu bli­cken und das Jahr Revue pas­sie­ren zu lassen: 

High­light des Jahres:
Was war dein High­light des Jahres? Diese Frage darf jeder auf einem klei­nen Zettel beant­wor­ten. Die Zettel kommen dann in einen Topf. Nun darf jeder einen Zettel ziehen und laut vor­le­sen.

Das Jahr in einem Geräusch zusam­men­fas­sen:
Diese Runde wird defi­ni­tiv für den einen oder ande­ren Lacher sorgen. Anstatt große Reden zu schwin­gen — wie wäre es, das Jahr in einem Geräusch zusam­men­zu­fas­sen. Ein Seuf­zen, ein Lachen, ein Piep­sen, ein Knur­ren. Was immer es auch ist, lasse deiner Krea­ti­vi­tät freien Lauf!

Wün­sche­box statt Kum­mer­kas­ten:
Nutzte die Zeit am Ende des Jahres, um Revue pas­sie­ren zu lassen, was in den ver­gan­ge­nen Mona­ten beson­ders gut lief und wo du noch Poten­tial siehst. Stellt eine kleine Wunsch­box auf. So haben im Laufe des Abends alle die Chance, ihre Wün­sche abzu­ge­ben. Ein Wunsch kann alles sein: Neue Büro­stühle, Hafer­milch im Kühl­schrank, mehr Team-Events oder Wei­ter­bil­dun­gen. Die Zettel können selbst­ver­ständ­lich anonym abge­ge­ben werden. So können die Team­lei­te­rIn­nen und Chefs aus erster Hand erfah­ren, was sich das Unter­neh­men wünscht. 

Farbe beken­nen:
Mit jedem Event stellt sich natür­lich die Frage: Was ziehe ich an? Doch anstatt die Abend­gar­de­robe aus dem Schrank zu kramen oder sich klei­dungs­tech­nisch unter unnö­ti­gen Stress zu setzen — Wie wäre es, ein­fach mal Farbe zu beken­nen? Einigt euch auf eine Farbe und macht daraus ein klei­nes Far­ben­spiel.

Keep in mind: Die Weih­nachts­zeit ist nicht dazu da, extra Leis­tun­gen zu brin­gen, Über­stun­den abzu­sit­zen oder aus der Kom­fort­zone aus­zu­tre­ten. Die Weih­nachts­zeit soll ein­fach Spaß machen, Freude berei­ten und das Wir-Gefühl stär­ken.

Zusatz:

Geschenke für dein Kol­le­gium: Jul­klapp
Was wäre Weih­nach­ten ohne Geschenke? Ja rich­tig, min­des­tens nur halb so schön! Doch wenn es darum geht, deiner liebs­ten Kol­le­gin etwas zu schen­ken oder dich bei deinem Team zu bedan­ken, wird es schon kom­pli­ziert. Wer bekommt ein Geschenk und wer nicht? Und sind Geschenke am Arbeits­platz über­haupt ange­mes­sen?

Eine schöne Lösung, um das Thema Geschenke inner­halb eines Büros oder einer Abtei­lung anzu­ge­hen, ist Jul­klapp oder auch das Wich­teln. Beide Namen beschrei­ben einen ähn­li­chen Brauch. Und so funktioniert’s:

Tut euch in Grup­pen von etwa 5 – 10 Per­so­nen zusam­men. Egal ob Mar­ke­ting, Ver­trieb oder Buch­hal­tung. Die Grup­pen dürfen kun­ter­bunt gemischt sein. Legt gemein­sam einen Wich­tel­preis fest. Dies ist der maxi­male Betrag, den du für ein Geschenk aus­ge­ben darfst. Bei­spiels­weise 12 Euro. Schreibt nun die Namen der Grup­pen­mit­glie­der auf Lose und mischt diese sorg­fäl­tig. Im Anschluss darf jedes Grup­pen­mit­glied ein Los ziehen. Der Name auf deinem Los ist die Person, die du beschenkst. Legt nun einen Tag und eine Uhr­zeit der Besche­rung fest. Viel­leicht wollt ihr sogar einen klei­nen Weih­nachts­baum orga­ni­sie­ren, unter dem ihr alle Wich­tel-Geschenke legen könnt. Zimt­sterne und Punsch können zusätz­lich für die rich­tige Weih­nachts­stim­mung sorgen. 

Aber Ach­tung: Dein Los ist ein Geheim­nis. Ver­rate nicht, wen du gezo­gen hast. So macht das Schen­ken und Aus­pa­cken ganz beson­ders viel Spaß!

Das schöne an diesem klei­nen Brauch ist, dass jede*r beschenkt wird. Egal ob intro­ver­tiert oder Büro-Clown. Außer­dem haben die Geschenke alle einen ähn­li­chen mone­tä­ren Wert, sodass kein Neid oder andere unan­ge­nehme Situa­tio­nen zu Stande kommen können. Außer­dem ist es eine schöne Mög­lich­keit, die Person auf deinem Los ken­nen­zu­ler­nen und ihre Vor­lie­ben und Wün­sche zu erfah­ren. Egal ob aus­ge­fal­lene Scho­ko­lade, Kino­kar­ten oder ein span­nen­der Krimi — der Krea­ti­vi­tät sind keine Gren­zen gesetzt.


Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


Acht­sam und gelas­sen die Fei­er­tage genie­ßen:
7Mind kos­ten­los star­ten


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