Von Sarah Schömbs

Prin­zi­pi­ell ist an einer gesun­den Belas­tung nichts aus­zu­set­zen. Schließ­lich sind wir Men­schen dafür gemacht, Auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen und uns sowohl mental als auch kör­per­lich zu betä­ti­gen. Wenn man sich unsere Vor­fah­ren anschaut, dann waren wir gut und gerne 20km am Tag zu Fuß unter­wegs. Wir haben Gemein­schaf­ten gegrün­det, sind von Ort zu Ort gezo­gen, haben Wind und Regen getrotzt und uns täg­lich auf Nah­rungs­su­che bege­ben — doch an Bur­nout hat damals keiner gelit­ten.

Über­las­tung ist nicht mehr nur eine sub­jek­tive Ein­schät­zung, son­dern ein sta­tis­tisch bewie­se­nes Phä­no­men. Mehr als 60% der 30 bis über 70-Jäh­ri­gen emp­fin­den das Leben heute stres­si­ger als noch vor 15 oder 20 Jahren. Die Men­schen sind über­las­tet und schlicht­weg nicht mehr in der Lage, die täg­li­chen Auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen. Das Sta­tista Dos­sier zu Stress in Deutsch­land zeigt, dass sich 48% der 40 bis 59-Jäh­ri­gen oft abge­ar­bei­tet und ver­braucht fühlen. Außer­dem geben 41% der Alters­gruppe an, dass sie abends und am Wochen­ende nicht rich­tig abschal­ten können. Auch die jün­gere Gene­ra­tion ist gestresst: 37% der 18 bis 39-Jäh­ri­gen kon­sta­tie­ren, dass Fami­lie und Freunde wegen des Berufs zu kurz kommen. 

Doch nicht nur im beruf­li­chen Kon­text sind wir über­las­tet, auch im Pri­vat­le­ben kommen wir kaum hin­ter­her. Wir jon­glie­ren zwi­schen Yoga­kurs, Kita, Arbeits­platz und einem ent­spann­ten Abend mit dem Part­ner. Kein Wunder, dass wir am Ende der Woche ein­fach nur die Decke über den Kopf ziehen wollen, um uns vor der Welt da drau­ßen zu ver­ste­cken.

Das Gefühl, keine Zeit zu haben, der Drang nach Kon­trolle und die stän­dige Erwar­tun­gen an uns und unsere Umwelt bauen Druck auf, der zu Über­las­tung führen kann. Dieser Arti­kel hilft dir, deine Belas­tungs­ur­sa­chen zu iden­ti­fi­zie­ren, deine Gren­zen wahr­zu­neh­men und besser mit Belas­tun­gen umzu­ge­hen.

Kon­trolle hin­ter­fra­gen

Ein Grund für das Gefühl, über­las­tet zu sein, ist das Bedürf­nis alles und jeden unter Kon­trolle haben zu müssen. Ganz nach dem Motto Ver­trauen ist gut, Kon­trolle ist besser” wächst auch der Markt für Tracking-Apps. Heute bist du in der Lage, deine Schritte zu zählen, dein Fahr­ver­hal­ten zu über­wa­chen und dich minüt­lich ans Was­ser­trin­ken zu erin­nern.

Doch es gibt Berei­che und Situa­tio­nen, die nicht zu kon­trol­lie­ren sind. Du kannst weder das Wetter kon­trol­lie­ren, noch andere Per­so­nen voll­kom­men unter Kon­trolle brin­gen. Es gibt Exter­na­li­tä­ten, die nicht in deinem Wir­kungs­be­reich liegen — oder wie die Flug­ge­sell­schaf­ten sagen: Eine höhere Gewalt”, die du nicht beein­flus­sen kannst. Egal was du tust, egal wie stark du ankämpft, du hast keinen Ein­fluss auf die Will­kür des Lebens. 

Also bevor du das nächste Mal voll­kom­men frus­triert vor deinem gecan­cel­ten Flug oder deiner ver­spä­te­ten Bahn stehst, werde dir bewusst, dass du keinen Ein­fluss auf die Situa­tion hast. Ver­su­che das Ereig­nis von oben zu betrach­ten und her­aus­zu­fin­den, welche Mög­lich­kei­ten in deinem Macht­be­reich stehen und welche nicht. Frage dich nicht nur, wie du mit der Situa­tio­nen umge­hen möch­test, son­dern wie du mit der Situa­tion umge­hen kannst. Was kannst du tun? — Und: Kannst du über­haupt etwas tun? 

Dieser Abstand hilft dir, nicht sofort von dem Gefühl der Ohn­macht über­rollt zu werden, dich nicht dafür zu ver­ur­tei­len, ab und an die Kon­trolle zu ver­lie­ren, und so Über­las­tung zu redu­zie­ren. Lerne zu unter­schei­den, was dich belas­tet und womit du dich (nicht) belas­ten musst. Wenn du manch­mal das Gefühl hast, alles gehe den Bach hin­un­ter und laste auf deinen Schul­tern, dann kann dir außer­dem unser Arti­kel zum Thema Welt­schmerz wei­ter­hel­fen.

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Erwar­tun­gen los­las­sen

In wel­cher Situa­tion in deinem Alltag hat­test du zuletzt das Gefühl, das es nicht ganz so läuft, wie du es eigent­lich gern hät­test? Erwar­tun­gen sind laut Duden eine vor­aus­schau­ende Ver­mu­tung, eine Annahme oder Hoff­nung. Erwar­tun­gen sind also per se nichts Schlech­tes. Sie können dir zum Bei­spiel auf­zei­gen, was du dir erhoffst und sogar rich­tungs­wei­send sein. Erwar­test du von deinem Part­ner gehört zu werden und über für dich wich­tige Dinge spre­chen zu können, so kann das ein Indi­ka­tor dafür sein, dass Kom­mu­ni­ka­tion in einer Bezie­hung für dich ein wich­ti­ger Bestand­teil ist.

Wir können Erwar­tun­gen also in so ziem­lich jedem Bereich unse­res Lebens haben. Erwar­tun­gen bezüg­lich unse­res Part­ners oder unse­rer Fami­lie. Erwar­tun­gen am Arbeits­platz in Form von Gehalts­vor­stel­lun­gen oder Lob und Erwar­tun­gen gegen­über uns selbst — in Bezug auf Leis­tung, Aus­se­hen und Fähig­kei­ten. Nichts­des­to­trotz, sind Erwar­tun­gen mit Vor­sicht zu genie­ßen. Denn sie kommen immer mit einem Gegen­spie­ler (namens Ent­täu­schung) und können schnell dazu führen, dich selbst unbe­wusst unter Druck zu setzen. Erwar­tun­gen schlei­chen sich über­all ein und können in jedem Bereich deines Lebens einen Erwar­tungs­druck, bei­spiels­weise in Form von Zwang oder Ver­bis­sen­heit, erzeu­gen.

Um diesem Druck ent­ge­gen­zu­wir­ken, werde dir zunächst deinen Erwar­tun­gen bewusst. Im nächs­ten Schritt kannst du zum Bei­spiel durch Medi­ta­tion lernen, diese Erwar­tun­gen los­zu­las­sen und für alles, was kommt, offen zu sein. Lerne, dich nicht von einem bestimm­ten Aus­gang einer Situa­tion abhän­gig zu machen. Du gibst dein Bestes, genauso wie jede andere Person sein Bestes gibt. Doch das Beste der ande­ren Person muss nicht zwangs­läu­fig deinem Besten ent­spre­chen. Du kannst nur von dir selbst aus­ge­hen. Jeder Mensch ist anders. Nehme diese Tat­sa­che an und lerne, eben nicht von dir auf andere zu schlie­ßen.

Eine wei­tere Mög­lich­keit, mit Erwar­tun­gen umzu­ge­hen ist, diese offen zu kom­mu­ni­zie­ren. Spre­che über deine Hoff­nun­gen, Wün­sche und Vor­stel­lun­gen sowie über deine Sorgen und Ängste. Kom­mu­ni­ziere wie du dir bestimmte Situa­tio­nen vor­stellst und finde heraus, was dein Gegen­über dar­über denkt. So kannst du mög­li­chen Ent­täu­schen oder Miss­ver­ständ­nis­sen vor­beu­gen und wirst dir gleich­zei­tig über deine Erwar­tun­gen bewusst, indem du sie laut aus­spre­chen lernst. 

Druck wahr­neh­men

Belas­tung zeigt sich meist in Form von Druck. Egal ob Erwar­tungs­Druck, Ter­min­Druck oder das Bedürf­nis, zu kon­trol­lie­ren. Dieser Druck, der meist auf der men­ta­len Ebene beginnt, ist schnell auch auf phy­si­scher Ebene spür­bar. Der Druck auf dem Brust­korb, die Ver­span­nung im Nacken oder das Gefühl, etwas sei dir auf den Magen geschla­gen.

Um mög­li­chen Belas­tun­gen auf den Grund zu gehen und die Ursa­chen zu iden­ti­fi­zie­ren, lerne Druck in deinem Körper wahr­zu­neh­men. Werde sen­si­bel für kör­per­ei­gene Reak­tio­nen und Emp­fin­dun­gen. Der durch Belas­tung aus­ge­löste Druck kann sich auf drei Ebenen zeigen: Auf phy­si­scher Ebene bei­spiels­weise in Form von Schweiß­pro­duk­tion, erhöh­ter Atem­fre­quenz, oder ange­spann­ter Mus­ku­la­tur. Auf emo­tio­na­ler Ebene durch Wut, Reiz­bar­keit oder Frust. Auf men­ta­ler Ebene in Form von Grü­beln, inne­rer Ner­vo­si­tät oder einem stän­dig krei­sen­den Gedan­ken­ka­rus­sell.

Was sind deine stärks­ten Begleit­erschei­nun­gen? Wie machen sich Belas­tun­gen bei dir bemerk­bar? Die kör­per­li­chen, emo­tio­na­len und men­ta­len Neben­wir­kun­gen von Druck können dir außer­dem Auf­schluss über die Situa­tio­nen geben, die bei dir zu Belas­tun­gen führen. Wann kannst du Druck spüren? In wel­cher Situa­tion befin­dest du dich zu diesem Zeit­punkt? Achte auf die Spra­che deines Kör­pers. Lerne, hin­zu­hö­ren. Im Hier und Jetzt ankom­men.

Durch Medi­ta­tion kann es dir gelin­gen, Belas­tun­gen zu redu­zie­ren, indem du im Hier und Jetzt ankommst. Schließ­lich sind Erwar­tun­gen und Kon­trolle häufig mit Ängs­ten oder Wün­schen aus der Zukunft oder Ver­gan­gen­heit ver­bun­den. Eine Mög­lich­keit, dich davon zu befreien ist dem­nach, dich von ges­tern oder morgen zu lösen und im Heute anzu­kom­men.

In der 7Mind App fin­dest du pas­send dazu den Medi­ta­ti­ons­kurs Über­las­tung”. Dieser Kurs ist so kon­zi­piert, dass du in 7 Medi­ta­tio­nen Tag für Tag durch die ver­schie­de­nen Ebenen deiner Über­las­tung geführt wirst. So fin­dest du heraus, wo deine Gren­zen liegen, wie du Belas­tun­gen früh­zei­tig erkennst und letzt­lich im Hier und Jetzt ankommst. Der Umgang mit deiner Über­las­tung wird so zu einer Chance, dich mit dir selbst aus­ein­an­der­zu­set­zen. Ein echter Weg zur Selbst­er­kennt­nis.

Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


Men­tale Fit­ness stär­ken mit Medi­ta­tion:
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Bild: Paul Gil­more auf Uns­plash