Im letzen Arti­kel haben wir die ersten zwei Wochen des weib­li­chen Zyklus ken­nen­ge­lernt. Begon­nen mit der Blu­tung hat der Körper sich auf die Befruch­tung einer neuen Eizelle vor­be­rei­tet. Die erste Hälfte ist von ener­gie­spen­den­den Hor­mo­nen geprägt – im All­ge­mei­nen fühlst du dich ziem­lich gut. 

zyklus-erklaert


Mens­trua­ti­ons­zy­klus: Phasen, Hor­mone, Stim­mung

Nun ist es Zeit für etwas Ruhe. Obwohl gesell­schaft­lich nicht gerne gese­hen, kann auch ein bewuss­ter Rück­zug eine beson­dere Kraft haben. Wir geben dir Anstöße, wie das aus­se­hen kann. In erster Linie gilt jedoch: Höre auf deinen Körper und das, was du in diesen Zyklus­pha­sen brauchst. 

3. Zeit für Ruhe

Dritte Woche

Körper & Hor­mone

Etwa 14 Tage vor der Mens­trua­tion kommt es zum Eisprung. Für deinen Körper bedeu­tet das, dass der am wei­tes­ten ent­wi­ckelte Fol­li­kel platzt und die nun reife Eizelle vom Eier­stock in den Eilei­ter frei­ge­ge­ben wird. Von dort aus wan­dert deine Eizelle Rich­tung Gebär­mut­ter. Wird das Ei inner­halb von 24 Stun­den nicht befruch­tet, stirbt es ab. Der Rest­fol­li­kel wird zum soge­nann­ten Gelb­kör­per und pro­du­ziert nun das Hormon Pro­ges­te­ron. Außer­dem wird der Mut­ter­mund­schleim wieder undurch­läs­si­ger, wodurch die Lebens­dauer von Sper­mien wieder abnimmt. 

Stim­mung & Emo­tio­nen

In der ersten Hälfte dieser Woche findet der erste von zwei Östro­gen-Rück­gän­gen statt. Es kann also sein, dass du PMS-ähn­li­che Sym­ptome, wie Reiz­bar­keit, Müdig­keit oder Trau­rig­keit spürst. Glück­li­cher­weise wird das in der zwei­ten Hälfte durch einen leich­ten Östro­gen­anst­pe­rio­aeg wieder aus­ge­gli­chen. Trotz­dem kann es gut sein, dass du dich in dieser Woche wieder ruhi­ger fühlst, da auch dein Pro­ges­te­ron­spie­gel wieder ansteigt: Vor­sicht und Müdig­keit stat­ten dir in dieser Woche ver­mut­lich den ein oder ande­ren Besuch ab. 

Dein Körper denkt, du könn­test schwan­ger sein, des­we­gen kann es zu erhöh­tem Hunger und Appe­tit kommen. Vor allem kalo­rien- und fett­hal­tige Nah­rungs­mit­tel wirken jetzt attrak­tiv. Viele Frauen reagie­ren in dieser Zeit übri­gens sen­si­bler auf Blut­zu­cker­schwan­kun­gen. Also wun­dere dich nicht, wenn du bei Hunger schnel­ler gereizt wirst und achte auf regel­mä­ßige Mahl­zei­ten. Tat­säch­lich nutzt dein Körper das Fett nun aber effek­ti­ver und du ver­brennst bis zu 30% mehr Fett beim Sport. 

Durch das Pro­ges­te­ron sinkt deine Libido. Statt dessen kann es dazu kommen, dass du dich deinem Part­ne­rIn emo­tio­nal beson­ders ver­bun­den fühlst und Umar­mun­gen und Händ­chen halten einen beson­ders schö­nen Effekt auf dich haben.

4. Das Stim­mungs­tal

Vierte Woche

Körper & Hor­mone

Nun beginnt die letzte Phase des Mens­trua­ti­ons­zy­klus! Wurde deine Eizelle nicht befruch­tet, stirbt der Gelb­kör­per circa 12 bis 16 Tage nach Eisprung ab. Der zweite Östro­gen­ab­schwung tritt ein und erreicht zum Ende des Zyklus seinen Tief­punkt. Auch das Hormon Pro­ges­te­ron sinkt wieder, was zum Beginn des nächs­ten Zyklus zum Absto­ßen der Gebär­mut­ter­schleim­haut führt. Die Reise beginnt von Neuem.

Stim­mung & Emo­tio­nen

Auch wenn das Östro­gen sich lang­sam seinem Tief­punkt nähert, haben nicht alle Frauen in der letz­ten Woche nega­tive Stim­mun­gen. Wie stark dich PMS (Prä­men­stru­el­les Syndom) Sym­ptome tref­fen, hängt von deinen Genen, aber auch deinem Lebens­stil ab! So kannst du die Stärke von PMS durch aus­ge­wo­gene Ernäh­rung, Bewe­gung und regel­mä­ßi­ges Dehnen lin­dern – aller­dings nicht erst sobald die Sym­ptome in vollem Gange sind, son­dern über den gesam­ten Zyklus hinweg. 

Viel­leicht fühlst du dich nun pes­si­mis­ti­scher und kri­ti­scher neuen Dingen gegen­über – dann ten­dierst du dazu, bei Ent­schei­dun­gen auf die gewohnte, sichere Option zu setzen. Dein Appe­tit kann sich zu dieser Zeit immer noch sehr auf fett- und kalo­ri­en­hal­tige Pro­dukte fokus­sie­ren, aber auch Koh­len­hy­drate sind deinem Körper durch das sin­kende Östro­gen jetzt sehr will­kom­men.

So kannst du dich unter­stüt­zen:

Nimm die nega­ti­ven Emo­tio­nen, die zu dieser Phase auf­tre­ten, wahr und ver­dänge sie nicht. Behalte beim Tref­fen Ent­schei­dun­gen oder auf­kom­men­der Trau­rig­keit und Wut deine hor­mo­nel­len Ten­den­zen im Hin­ter­kopf. Das Wissen dar­über, warum du dich viel­leicht vor­sich­ti­ger ver­hältst oder melan­cho­li­scher fühlst als sonst, kann schon zu Erleich­te­rung und Ver­ständ­nis dir selbst gegen­über führen. 

Yoga­übun­gen: Finde Ruhe in der Kind­hal­tung (Balas­ana) und der sit­zen­den Vor­beuge (Paschi­motta­nasana). Im sit­zen­den Twist (Ardha Mat­syen­dras­ana) ent­gif­test du deine Ver­dau­ungs­or­gange.

Wir hoffen, dass du dich nun etwas besser gewapp­net fühlst für deinen nächs­ten Zyklus! Ver­giss nicht, dass jeder Körper ein­zig­ar­tig ist und du deinen Zyklus ganz indi­vi­du­ell erle­ben kannst. Nur das Beob­ach­ten des eige­nen Kör­pers und ein acht­sa­mer Umgang mit dir selbst kann zu wirk­li­chem Ver­ständ­nis deiner Zyklus­pha­sen führen.

entspannungsuebungen


Miriam Stark, Coach für zyklus­ori­en­tier­tes Leben im Inter­view: