Car­lotta Koroll

Ent­span­nungs­mu­sik zum Medi­tie­ren – ja oder nein?

Jeder hat schon mal erfah­ren, was Musik mit unse­rem Geist, unse­ren Gefüh­len, ja sogar mit unse­rem Körper anstel­len kann. Der erste Herz­schmerz, der Roadtrip zum Meer oder der eine Som­mer­song, der uns sofort in den Moment des Hörens zurück­schickt, sobald er erklingt. Musik ver­an­kert sich tief in unse­rem Gedächt­nis und unse­ren Emo­tio­nen. Genauso wie Medi­ta­tion. Mitt­ler­weile wurde wis­sen­schaft­lich bewie­sen, dass uns Medi­ta­tion sogar bis in unsere Zellen beein­flusst.

Was pas­siert also, wenn wir diese zwei kraft­vol­len Werk­zeuge – Musik und Medi­ta­tion – ver­bin­den? Bei der Frage, ob Medi­tie­ren mit oder ohne Musik besser ist, strei­ten sich die Geis­ter. Einer­seits wollen wir beim Medi­tie­ren das Hier und Jetzt so wie es ist wahr­neh­men und unse­ren Gedan­ken und Gefüh­len neu­tra­len Raum geben. Ande­rer­seits kann Medi­ta­ti­ons­mu­sik so wun­der­bar ent­span­nen und unsere Gedan­ken beru­hi­gen. Wir gehen der Frage auf den Grund, wann uns Musik in der Medi­ta­tion unter­stüt­zen kann und wann wir uns lieber in die Stille bege­ben soll­ten.

Das Genre Medi­ta­ti­ons­mu­sik: Das steckt dahin­ter

Musik zum Medi­tie­ren hat keinen bestimm­ten Ursprung. In so gut wie jeder Kultur ist Musik ein wich­ti­ger Bestand­teil, ebenso wie medi­ta­tive Ele­mente. Sei es der scha­ma­ni­sche Trom­mel­tanz oder der Chor in der Kirche. Musik bringt uns in einen ande­ren Bewusst­seins­zu­stand, ver­bin­det uns mit­ein­an­der und kann alle Emo­tio­nen der Gefühl­spa­lette wecken. Was steckt also alles hinter Medi­ta­ti­ons­mu­sik?

Mit Medi­ta­ti­ons­mu­sik kann man einer­seits die Musik meinen, die bei medi­ta­ti­ven Ritua­len ent­steht, zum Bei­spiel Mönchs­ge­sang oder die Töne einer Klang­schale. Im Fol­gen­den stel­len wir dir Musik vor, die du wäh­rend der Medi­ta­tion abspie­len kannst und die dich so im Ent­span­nen und Fokus­sie­ren unter­stüt­zen kann. Hier­bei gibt es viele Mög­lich­kei­ten:

Etwas abseits dieser Kate­go­rien gehö­ren soge­nannte Gong-Bäder. Dabei werden mit einem großen Gong Klänge und Schwin­gun­gen erzeugt, die den Raum füllen. Die Wahr­neh­mung des Gongs erfolgt auf hoch sub­jek­tive Weise. Alle mög­li­chen Klänge erschei­nen urplötz­lich wäh­rend des Spiels. Übri­gens: Ein sie­ben­mi­nü­ti­ges Gong-Bad von der Kom­po­nis­tin gibt es ab jetzt auch in der 7Mind App.

Grund­sätz­lich gilt: Pro­biere unter­schied­li­che Medi­ta­ti­ons­mu­sik aus, um her­aus­zu­fin­den, was für dich funk­tio­niert. Spüre, ob dich die Musik ent­spannt und was sie dich fühlen lässt. Sie sollte dich nicht emo­tio­nal trig­gern oder in ihre eigene Welt ziehen.

Jetzt neu: Ent­spanne bei 7 Minu­ten Gong­bad
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Medi­ta­ti­ons­mu­sik: Ja, bitte!

Aber soll­ten wir beim Medi­tie­ren über­haupt Musik hören? Ist das nicht kon­tra­pro­duk­tiv, wenn wir uns von der Reiz­über­flu­tung ent­fer­nen wollen und uns ganz auf uns und unsere Umwelt kon­zen­trie­ren möch­ten?

Grund­sätz­lich stimmt das. Denn die klas­si­schen Medi­ta­ti­ons­me­tho­den wollen genau das — Fokus auf den Moment, wie er ist, ohne Beein­flus­sung. Doch trotz­dem gibt es ein paar Argu­mente, die für Klang und Musik wäh­rend des Medi­tie­rens spre­chen:

Musik kann dich beru­hi­gen

Medi­ta­ti­ons­mu­sik sti­mu­liert das para­sym­pa­thi­sche Ner­ven­sys­tem. Das bewirkt, dass unser Körper in den Ent­span­nungs­mo­dus umschal­tet. Kör­per­funk­tio­nen wie Ver­dau­ung und Mus­kel­ent­span­nung werden akti­viert und unser Blut­druck gesenkt. Wir können rege­ne­rie­ren und los­las­sen.

Aber auch für deinen Kopf kann Musik beru­hi­gend sein. Denn im Gegen­satz zur abso­lu­ten Stille hast du etwas äuße­res, auf das du deine Auf­merk­sam­keit lenken kannst. Gerade wenn du das Gedan­ken­ka­rus­sell einmal schnell ver­las­sen möch­test, kann dir die rich­tige Musik genau diesen Pro­zess erleich­tern. Das gilt jedoch nicht, wenn die Musik nicht für dich geeig­net ist, sprich: Du bleibst emo­tio­nal an ihr hängen und schwelgst in Erin­ne­run­gen und Gedan­ken­wel­ten.

Du kannst deine Stim­mung beein­flus­sen

Dass Musik unsere Emo­tio­nen nicht kalt lässt, müssen wir wohl nie­man­dem erklä­ren. Dabei kann sie nicht nur glück­lich oder trau­rig machen, du kannst auch in fei­nere emo­tio­nale Nuan­cen gehen. Bist du unru­hig, ent­scheide dich für lang­same Musik mit tiefen Bässen. Brauchst du mehr Leich­tig­keit, schalte lieber melo­di­sche Musik mit Pan­flöte und Vogel­zwit­schern an.

Auch hier gilt wieder: Der eigent­li­che Gedanke der Medi­ta­tion ist die Wahr­neh­mung des Ist-Zustands, auch wenn die Emo­tio­nen unan­ge­nehm sind. Durch ein bewuss­tes Lenken sind wir eher auf der Ebene der Ent­span­nung, als der Medi­ta­tion. Aber wer sagt, dass das nicht genau das ist, was du gerade brauchst?

Medi­ta­ti­ons­mu­sik über­tönt äußere Ablen­kun­gen

Genauso wie das innere Geplap­per, kann Musik auch Ablen­kun­gen von außen ein­däm­men. Die Bau­stelle vor dem Fens­ter, das hin und her Wan­dern des Mit­be­woh­ners vor der Zim­mer­tür oder der Staub­sau­ger des Nach­barn rücken mit Medi­ta­ti­ons­mu­sik im Ohr auf einmal in den Hin­ter­grund. Gerade für Medi­ta­ti­ons­an­fän­ger, die solche Neben­ge­räu­sche als stö­rend emp­fin­den, kann Musik hier Abhilfe schaf­fen. Soll es eine kleine Her­aus­for­de­rung sein, raten wir natür­lich dazu, auch die Staub­sau­g­er­klänge in die Medi­ta­tion mit­zu­neh­men und neu­tral wahr­zu­neh­men. ;)

Oder doch lieber in der Stille medi­tie­ren?

Durch Medi­ta­tion mit Musik beein­flus­sen wir immer den aktu­el­len Moment. Das heißt, das nicht-wer­tende, nicht-reagie­rende Eins­wer­den mit der Umwelt ist hier nicht so mög­lich wie in der Stille. So können wir abschlie­ßend sagen, dass es ganz auf deine Moti­va­tion zu medi­tie­ren ankommt. Möch­test du ganz klas­sisch prak­ti­zie­ren, soll­test du früher oder später auf Musik ver­zich­ten. Sie kann uns jedoch den Ein­stieg in einen medi­ta­ti­ven Zustand erleich­tern und einen Ein­blick in das Gefühl des Los­ge­löst-Seins geben. Und auch wenn du ein­fach eine Weile ent­span­nen möch­test, ohne dich kom­plett auf dich selbst kon­zen­trie­ren zu müssen, ist sie wun­der­bar geeig­net.

Medi­ta­ti­ons­mu­sik kann übri­gens nicht nur wäh­rend des Medi­tie­rens gehört werden. Ihre ent­span­nende Wir­kung kann dich schließ­lich genauso gut beim Ein­schla­fen, Baden, Essen oder Arbei­ten beglei­ten. Pro­bier es doch ein­fach mal aus!

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Bild: Manja Vito­lic auf Uns­plash