Eine Frau mit beige gemustertem Pullover und blonden, langen Haaren in einem Zopf vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen. Der Hintergrund ist verschwommen.

Emotionale Erschöpfung: Symptome erkennen und erste Schritte finden

Wenn selbst kleine Aufgaben anstrengend werden und dir für Gespräche die Kraft fehlt, kann emotionale Erschöpfung dahinterstecken. Erfahre, welche Anzeichen damit verbunden sein können, was dir im Alltag Entlastung verschaffen könnte und wann Unterstützung sinnvoll ist.

Die Nachricht einer Freundin liegt seit gestern unbeantwortet auf deinem Handy. Eigentlich würdest du ihr gerne schreiben. Aber schon der Gedanke an ein Gespräch fühlt sich gerade anstrengend an. Beim Abendessen fragt dich jemand, wie dein Tag war, und du merkst, dass du am liebsten eine Weile nichts erklären, entscheiden oder organisieren möchtest.

Dabei sind dir die Menschen um dich herum wichtig. Du möchtest wissen, wie es ihnen geht und am gemeinsamen Alltag teilnehmen. Nur fehlt dir gerade die Kraft dafür. Vielleicht ärgerst du dich anschließend über deine knappe Antwort oder fragst dich, warum dir Dinge so schwerfallen, die sonst selbstverständlich waren.

Nach einer anstrengenden Woche können solche Momente vorkommen. Wenn das Gefühl jedoch anhält, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was kostet dich gerade besonders viel Kraft? Wo fehlt Erholung? Und was könnte dir helfen, deinen Alltag etwas leichter zu gestalten?

Was ist emotionale Erschöpfung?

Emotionale Erschöpfung beschreibt einen Zustand, in dem du dich innerlich ausgelaugt fühlst. Für Gespräche, Entscheidungen oder die Auseinandersetzung mit Gefühlen scheint kaum noch Kraft übrig zu sein.

Vielleicht möchtest du jemandem zuhören, wirst aber schneller ungeduldig als sonst. Du freust dich grundsätzlich auf eine Verabredung, empfindest die Vorstellung eines längeren Gesprächs jedoch als anstrengend. Oder du erledigst weiterhin deine Aufgaben, brauchst dafür aber deutlich mehr Energie.

Emotional erschöpft zu sein kann mit anhaltender Belastung zusammenhängen. Es ist für sich genommen jedoch keine eindeutige Diagnose. Erschöpfung kann auch bei körperlichen oder psychischen Erkrankungen auftreten. (1)

Der Begriff kann trotzdem hilfreich sein, um ein schwer greifbares Gefühl zu beschreiben. Vielleicht fällt es dir dadurch leichter, mit anderen darüber zu sprechen, wie es dir gerade geht und welche Unterstützung du brauchst.

Welche Symptome können bei emotionaler Erschöpfung auftreten?

Die Symptome emotionaler Erschöpfung können sich unterschiedlich bemerkbar machen. Manche Menschen fühlen sich vor allem müde und ausgelaugt. Andere bemerken Veränderungen in ihrer Stimmung, ihrer Konzentration oder ihrem Bedürfnis nach sozialen Kontakten.

Die folgenden Anzeichen können mit Erschöpfung und Stress einhergehen, haben aber nicht zwangsläufig dieselbe Ursache. Sie sind deshalb keine diagnostische Checkliste.

Du fühlst dich ausgelaugt oder schnell überfordert

Was sonst gut machbar war, kostet plötzlich viel Kraft. Eine zusätzliche Bitte oder eine kleine Planänderung fühlt sich nach einer weiteren großen Aufgabe an.

Vielleicht merkst du nach der Arbeit, dass selbst ein kurzer Einkauf anstrengend erscheint. Oder du denkst bei einer neuen Verpflichtung: „Wie soll ich das jetzt auch noch schaffen?“

Auch Müdigkeit, Niedergeschlagenheit oder ein Gefühl innerer Leere können auftreten. (1)

Du reagierst gereizter oder ziehst dich zurück

Vielleicht antwortest du knapper als gewöhnlich, wirst schneller ungeduldig oder möchtest häufiger allein sein.

Solche Veränderungen können bei anhaltendem Stress vorkommen. (2)

Dabei ist der Wunsch nach Ruhe nicht automatisch ein Warnzeichen. Entscheidend ist eher, ob sich dein Verhalten deutlich verändert und du dich zunehmend von Menschen oder Aktivitäten zurückziehst, die dir eigentlich wichtig sind.

Konzentration und Entscheidungen fallen schwerer

Du liest denselben Absatz mehrmals, vergisst Kleinigkeiten oder kannst dich nur schwer auf eine Aufgabe konzentrieren.

Vielleicht wird sogar die Frage, was du heute Abend essen möchtest, zu einer Entscheidung, für die dir gerade die Energie fehlt.

Konzentrationsprobleme und Schwierigkeiten beim Entscheiden können ebenfalls im Zusammenhang mit Stress auftreten. (2)

Dein Schlaf oder körperliches Wohlbefinden verändert sich

Vielleicht schläfst du schlechter als sonst oder fühlst dich trotz ausreichend Zeit im Bett nicht erholt.

Auch Verspannungen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden können bei Stress auftreten. Solche Symptome sollten allerdings nicht automatisch auf psychische Belastung zurückgeführt werden. (2)

Wichtiger als die Anzahl der Anzeichen ist, was sich für dich verändert hat.

Seit wann fühlst du dich so?

Was fällt dir inzwischen schwerer als früher?

Und wie sehr beeinflusst das deinen Alltag?

Diese Beobachtungen können dir auch helfen, deine Beschwerden in einem ärztlichen oder psychotherapeutischen Gespräch zu beschreiben.

Was kann hinter emotionaler Erschöpfung stecken?

Manchmal ist der Grund für die eigene Erschöpfung offensichtlich. Eine besonders arbeitsintensive Zeit, ein familiärer Konflikt oder die Sorge um einen nahestehenden Menschen können viel Kraft kosten.

Manchmal fällt erst beim genaueren Hinsehen auf, wie viele Anforderungen gleichzeitig zusammenkommen.

Du organisierst Termine, behältst offene Rechnungen im Blick, kümmerst dich um andere und bist vielleicht auch die Person, an die sich Freunde oder Familienmitglieder mit ihren Sorgen wenden.

Nicht jede Belastung steht sichtbar im Kalender.

Neben einzelnen Aufgaben kann auch die dauerhafte Verantwortung anstrengend sein. Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob jemand einmal den Einkauf übernimmt oder ob ihr euch künftig auch die Planung dafür teilt.

Auch Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt unter anderem hohe Arbeitsbelastung, wenig Einfluss auf die eigene Arbeit, unklare Zuständigkeiten und fehlende Unterstützung als Risiken für die psychische Gesundheit. (4)

Deshalb lohnt es sich, nicht nur zu fragen, wie du besser mit Belastung umgehen kannst, sondern auch, welche Belastungen sich tatsächlich verändern lassen.

💡 Auch unsichtbare Belastungen zählen

Wie viel Kraft dein Alltag kostet, lässt sich von außen oft schwer beurteilen.

Ein ungelöster Konflikt, finanzielle Sorgen oder die Verantwortung für einen anderen Menschen beanspruchen möglicherweise viel Aufmerksamkeit, auch wenn du gerade keine konkrete Aufgabe erledigst.

Wenn du über deine Erschöpfung sprichst, kannst du deshalb auch beschreiben, was dich gedanklich beschäftigt und wofür du dich verantwortlich fühlst.

Manchmal hilft es, erst einmal wahrzunehmen, was dich gerade beschäftigt. Nimm dir mit 7Mind einen Moment dafür.

Bewusst innehalten



Sind emotionale Erschöpfung und Burn-out dasselbe?

Emotionale Erschöpfung kann ein Bestandteil von Burn-out sein. Das bedeutet aber nicht, dass jede Form von Erschöpfung automatisch ein Burn-out ist.

Die WHO beschreibt Burn-out in der ICD-11 als ein Phänomen, das im Zusammenhang mit chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz entsteht.

Dabei werden drei Bereiche unterschieden:

  • Erschöpfung: Das Gefühl, keine Energie mehr zu haben;

  • Innere Distanz zur Arbeit: Eine zunehmend negative oder zynische Haltung gegenüber der eigenen Tätigkeit;

  • Verringertes berufliches Wirksamkeitserleben: Das Gefühl, bei der Arbeit weniger leisten oder bewirken zu können.

Burn-out wird in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen eingeordnet, nicht als eigenständige medizinische Erkrankung. (3)

Emotionale Erschöpfung kann dagegen auch auftreten, wenn vor allem private Belastungen im Vordergrund stehen.

Und wie unterscheidet sich emotionale Erschöpfung von einer Depression?

Auch eine Depression kann mit starker Erschöpfung verbunden sein. Weitere mögliche Beschwerden sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Freudlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit. (8)

Die Symptome können sich überschneiden. Deshalb lässt sich aus einzelnen Anzeichen nicht zuverlässig ableiten, ob jemand emotional erschöpft ist, unter einem Burn-out leidet oder eine Depression hat.

Auch dass du weiterhin arbeiten gehst oder dich an einem freien Tag etwas besser fühlst, reicht für eine Unterscheidung nicht aus.

Wenn die Beschwerden länger anhalten oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

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7 erste Schritte bei emotionaler Erschöpfung

Wenn dir ohnehin vieles zu viel wird, kann eine lange Liste von Ratschlägen zusätzlichen Druck erzeugen.

Du musst deshalb nicht alle sieben Schritte ausprobieren. Vielleicht gibt es einen Bereich, in dem du dir gerade etwas Entlastung wünschst.

Die folgenden Anregungen sollen dir helfen, deine Situation genauer zu betrachten und herauszufinden, was für dich möglich ist.

Belastung erkennen und konkret verringern

1. Herausfinden, was gerade besonders viel Kraft kostet

Manchmal fühlt es sich an, als wäre einfach alles zu viel. Dann kann es helfen, eine einzelne Belastung genauer zu beschreiben.

Vielleicht möchtest du dafür drei Sätze ergänzen:

„Besonders anstrengend ist gerade …“

„Dabei fehlt mir …“

„Eine mögliche Entlastung wäre …“

Aus „Ich muss mich um alles kümmern“ könnte beispielsweise werden:

„Ich organisiere allein die Arzttermine meines Vaters und bin dafür ständig erreichbar.“

Damit wird auch deutlicher, wo Unterstützung ansetzen könnte. Vielleicht kann jemand einen Termin übernehmen oder ihr könnt die Erreichbarkeit untereinander aufteilen.

Wenn dir das Aufschreiben schwerfällt, kannst du auch mit einer einzigen Situation beginnen. Vielleicht gab es heute einen Moment, in dem du bemerkt hast, dass deine Kraft nicht mehr ausreicht.

Was wurde gerade von dir erwartet? Und was hättest du in diesem Moment gebraucht?

2. Eine konkrete Anforderung reduzieren

Wenn du dich erschöpft fühlst, muss nicht jede Aufgabe in der gewohnten Form erledigt werden.

Vielleicht gibt es etwas, das warten kann. Eine Verabredung, die du verschieben möchtest. Eine Aufgabe, die jemand anderes übernehmen könnte. Oder einen Anspruch, den du für den Moment etwas kleiner halten kannst.

Eine Frage kann dabei helfen:

„Was könnte in den nächsten Tagen wegfallen, einfacher werden oder jemand anderes übernehmen?“

Auch bei der Arbeit kann es sinnvoll sein, über Prioritäten zu sprechen.

Zum Beispiel:

„Mit der verfügbaren Zeit kann ich diese beiden Aufgaben erledigen. Was hat Vorrang, und was können wir verschieben?“

Bei beruflicher Überlastung reicht es nicht immer, die eigene Arbeitsweise zu verändern. Auch die Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden. Die WHO empfiehlt deshalb unter anderem Maßnahmen, die belastende Arbeitsbedingungen direkt angehen. (4)

Nicht jede Veränderung liegt in deiner Hand. Vielleicht brauchst du Unterstützung, um ein Gespräch vorzubereiten oder gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Erholung im Alltag ermöglichen

3. Eine Pause finden, die zu deiner Belastung passt

Nach vielen Gesprächen möchtest du vielleicht eine Weile allein sein. Nach langem Sitzen tut dir möglicherweise Bewegung gut. Und nach einem einsamen Tag kann gerade ein kurzer Kontakt angenehm sein.

Erholung muss deshalb nicht für alle gleich aussehen.

Frage dich:

„Wovon brauche ich gerade eine Unterbrechung?“

Vielleicht möchtest du kurz an die frische Luft gehen, etwas essen oder einige Minuten ohne neue Nachrichten verbringen.

Eine Metaanalyse zu kurzen Arbeitspausen fand im Durchschnitt kleine positive Effekte auf Müdigkeit und das Gefühl von Energie. Die Ergebnisse beziehen sich jedoch nicht speziell auf Menschen mit emotionaler Erschöpfung. (5)

Du kannst beobachten, ob dir eine kurze Unterbrechung guttut oder ob du eigentlich mehr Zeit zur Erholung brauchst.

Und wenn du dich nach einer Pause weiterhin erschöpft fühlst, bedeutet das nicht, dass du sie falsch gestaltet hast. Vielleicht braucht es mehr als eine kurze Unterbrechung, damit sich etwas verändert.

Eine Pause muss nicht lang sein. Entdecke kurze geführte Meditationen für zwischendurch.

Kleine Pause einlegen



4. Grundlegende Bedürfnisse mit weniger Aufwand berücksichtigen

Wenn wenig Kraft da ist, können selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen, Kochen oder die Vorbereitung auf den nächsten Tag anstrengend werden.

Vielleicht kannst du dir manche davon vorübergehend leichter machen.

Zum Beispiel, indem du:

  • Lebensmittel bereithältst, aus denen sich schnell eine Mahlzeit zubereiten lässt;

  • Jemanden bittest, dir etwas vom Einkauf mitzubringen;

  • Eine Aufgabe am Abend abgibst, damit mehr Zeit zum Schlafen bleibt;

  • Bewegung nach deinem aktuellen Befinden auswählst, etwa einen kurzen Spaziergang.

Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Gelegenheit zum Schlafen und passende Bewegung gehören zu den allgemeinen Empfehlungen im Umgang mit Müdigkeit. Sie ersetzen allerdings keine Abklärung anhaltender Erschöpfung. (6)

Du musst nicht alles gleichzeitig verändern.

Vielleicht ist gerade ein unkompliziertes Mittagessen hilfreich. Oder die Möglichkeit, abends etwas früher mit deinen Verpflichtungen aufzuhören.

Du möchtest den Tag in Ruhe ausklingen lassen? Entdecke Meditationen, die dich am Abend begleiten können.

Abendmeditation entdecken



Unterstützung nutzen und Grenzen berücksichtigen

5. Um eine konkrete Hilfe bitten

„Sag Bescheid, wenn du etwas brauchst.“

Dieser Satz ist oft gut gemeint. Wenn du erschöpft bist, kann aber schon das Überlegen, welche Unterstützung hilfreich wäre, zusätzliche Kraft kosten.

Manchmal fällt es leichter, eine konkrete Bitte zu formulieren.

Zum Beispiel:

„Kannst du am Donnerstag den Einkauf übernehmen?“

„Hast du heute zehn Minuten zum Zuhören? Ich brauche gerade keine Lösung.“

„Kannst du mit mir gemeinsam nach einer Beratungsstelle suchen?“

Vielleicht weißt du selbst noch nicht genau, was du brauchst. Auch das kannst du sagen:

„Ich merke, dass mir gerade vieles schwerfällt. Können wir gemeinsam überlegen, was diese Woche wegfallen könnte?“

Unterstützung muss nicht immer bedeuten, dass jemand eine Aufgabe vollständig übernimmt. Manchmal hilft es schon, eine Entscheidung gemeinsam zu treffen oder sich nicht allein um alles kümmern zu müssen.

6. Dir vor einer Zusage Bedenkzeit lassen

Wenn du häufig sofort Ja sagst, merkst du vielleicht erst später, dass eine weitere Verpflichtung gerade zu viel wird.

Du kannst ausprobieren, dir vor einer Zusage etwas Zeit zu nehmen.

Zum Beispiel:

„Ich schaue erst, ob das diese Woche für mich passt.“

Oder:

„Ich würde gerne dabei sein, kann aber nur eine Stunde bleiben.“

Vielleicht möchtest du dich fragen: Habe ich dafür tatsächlich Zeit? Was würde dadurch wegfallen? Und möchte ich zusagen oder fühle ich mich vor allem verpflichtet?

Auch bereits vereinbarte Aufgaben lassen sich manchmal neu besprechen.

„Ich hatte zugesagt, merke aber, dass ich das gerade nicht schaffe. Können wir eine andere Lösung finden?“

Natürlich kannst du nicht jede Verpflichtung kurzfristig verändern. Dann kann es hilfreich sein, gemeinsam zu überlegen, welche Unterstützung du brauchst.

Was brauchst du gerade selbst? Nimm dir einen Moment, um dieser Frage Raum zu geben.

Zeit für dich nehmen



7. Einen Moment bewusst wahrnehmen

Manchmal ist der Alltag so voll, dass kaum Zeit bleibt, zu bemerken, wie es dir eigentlich geht.

Eine kurze Achtsamkeitsübung kann dir einen Moment geben, um deine Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu richten.

Vielleicht schaust du dich im Raum um und nimmst wahr, was du siehst und hörst. Wenn es sich angenehm anfühlt, kannst du auch den Kontakt deiner Füße zum Boden spüren.

Anschließend kannst du dich fragen:

„Wie geht es mir gerade, und was wäre jetzt hilfreich?“

Vielleicht bemerkst du, dass du müde bist, etwas trinken möchtest oder ein Gespräch gerade zu viel wird.

Du musst darauf nicht sofort eine Antwort finden. Manchmal ist es bereits hilfreich, wahrzunehmen, was gerade da ist.

Für umfassendere Achtsamkeitsprogramme gibt es wissenschaftliche Hinweise auf positive Effekte bei bestimmten psychischen Belastungen. Wie hilfreich sie sind, unterscheidet sich allerdings zwischen Menschen und Situationen. Daraus lässt sich kein spezifisches Wirkversprechen für diese kurze Übung ableiten. (7)

Wenn dir die Übung unangenehm ist, kannst du sie beenden und etwas anderes ausprobieren.

Manchmal beginnt Achtsamkeit mit einem kurzen Innehalten. Entdecke passende Übungen in der 7Mind App.

Achtsamkeit entdecken

💡 Ein erster Schritt für heute

Vielleicht möchtest du dir für heute nur eine Frage stellen:

„Was könnte meinen Tag ein kleines Stück leichter machen?“

Eine Möglichkeit wäre, eine Aufgabe zu vereinfachen oder abzugeben. Vielleicht möchtest du jemanden um Unterstützung bitten oder einen Termin vereinbaren, um anhaltende Beschwerden abklären zu lassen.

Wenn dir selbst dieser Schritt schwerfällt, kannst du auch jemanden bitten, ihn gemeinsam mit dir anzugehen.



Wann ist professionelle Unterstützung sinnvoll?

Wenn du dich über längere Zeit erschöpft fühlst, keine klare Ursache erkennen kannst oder dein Alltag zunehmend darunter leidet, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

Eine hausärztliche Praxis kann ein guter erster Kontakt sein. Dort lässt sich gemeinsam betrachten, welche körperlichen oder psychischen Ursachen infrage kommen.

Neben anhaltender Belastung können beispielsweise Schlafstörungen, Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen oder bestimmte Medikamente zu Erschöpfung beitragen. (6)

Wenn Beschwerden über mehrere Wochen bestehen, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Bei starken, neuen oder zunehmenden Beschwerden ist es sinnvoll, früher Unterstützung zu suchen.

Auch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit können Gründe sein, eine psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch zu nehmen. (8)

Für ein erstes Gespräch kann es helfen, einige Beobachtungen festzuhalten:

  • Seit wann fühlst du dich erschöpft?

  • Was hat sich in deinem Alltag verändert?

  • Wie schläfst du, und fühlst du dich danach erholt?

  • Welche Tätigkeiten fallen dir inzwischen schwerer?

  • Welche Medikamente nimmst du ein?

Du musst selbst noch keine Erklärung für deine Beschwerden haben. Genau dafür ist eine fachliche Abklärung da.


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Fazit: Vielleicht darf gerade etwas weniger von dir verlangt werden

Vielleicht liegt die Nachricht deiner Freundin noch immer unbeantwortet auf dem Handy. Und vielleicht möchtest du ihr gerne schreiben, weißt aber nicht, wie du erklären sollst, dass dir gerade die Kraft fehlt.

Manchmal kann eine kurze Nachricht reichen:

„Du bist mir wichtig. Ich habe gerade wenig Energie für Gespräche und brauche etwas Zeit für mich.“

Vielleicht möchtest du aber auch genau diese Freundin um Unterstützung bitten.

Emotionale Erschöpfung ernst zu nehmen bedeutet nicht, dass du sofort eine Lösung finden musst. Manchmal beginnt Entlastung damit, eine Verantwortung zu teilen, eine Aufgabe abzugeben oder auszusprechen, was gerade schwerfällt.

Und manchmal ist die wichtigste Frage nicht, wie du heute noch mehr schaffen kannst. Sondern was gerade ein wenig leichter werden dürfte.

Du möchtest dir im Alltag öfter bewusst Zeit für dich nehmen? In der 7Mind App findest du Meditationen für unterschiedliche Momente.

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Fragen und Antworten

Kann ich emotional erschöpft sein, obwohl ich im Alltag noch funktioniere?

Ja. Auch wenn du deine Aufgaben weiterhin erledigst, können sie dich deutlich mehr Kraft kosten als sonst. Wie belastet du dich fühlst, lässt sich nicht allein daran erkennen, was du nach außen noch schaffst. Wenn du Unterstützung suchst, kannst du deshalb auch beschreiben, wie anstrengend dein Alltag geworden ist.

Wie lange dauert emotionale Erschöpfung?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Zeitangabe. Wie lange Erschöpfung anhält, hängt unter anderem von ihren Ursachen und den Möglichkeiten zur Entlastung ab. Wenn Beschwerden über mehrere Wochen bestehen, zunehmen oder deinen Alltag beeinträchtigen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Hilft ein Wochenende oder Urlaub gegen emotionale Erschöpfung?

Eine Auszeit kann Gelegenheit zur Erholung bieten. Sie verändert jedoch nicht automatisch Belastungen, die nach der Rückkehr weiterbestehen. Ob du dich im Urlaub besser fühlst, reicht außerdem nicht aus, um die Ursache deiner Erschöpfung festzustellen oder eine Depression auszuschließen. (1)

Gibt es einen Test auf emotionale Erschöpfung?

Es gibt Fragebögen, mit denen sich bestimmte Aspekte von Erschöpfung erfassen lassen. Sie können jedoch nicht zuverlässig erklären, wodurch die Beschwerden entstanden sind. Ein Online-Test ersetzt deshalb keine medizinische oder psychotherapeutische Abklärung.

Was kann ich für einen emotional erschöpften Menschen tun?

Du kannst zuhören, nachfragen und konkrete Unterstützung anbieten. Vielleicht hilft es, einen Einkauf zu übernehmen, gemeinsam nach einer Beratungsstelle zu suchen oder einfach Zeit miteinander zu verbringen, ohne dass die Person viel erzählen muss. Wichtig ist, dass dein Gegenüber selbst entscheiden kann, welche Hilfe gerade passt.

Kann Meditation emotionale Erschöpfung lindern?

Meditation kann eine ergänzende Möglichkeit sein, mit Belastungen umzugehen und sich bewusst Zeit für sich zu nehmen. Die Forschung zu Achtsamkeitsprogrammen zeigt bei bestimmten psychischen Belastungen positive Effekte, erlaubt aber kein allgemeines Wirkversprechen für einzelne Meditationen bei emotionaler Erschöpfung. (7) Meditation ersetzt weder notwendige Veränderungen der Lebensbedingungen noch medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung.

Quellenverzeichnis

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2023). Was ist ein Burnout? Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/was-ist-ein-burnout.html

  2. National Health Service (NHS). Stress. https://www.nhs.uk/mental-health/feelings-symptoms-behaviours/feelings-and-symptoms/stress/

  3. World Health Organization (WHO). Burn-out an “occupational phenomenon”. https://www.who.int/standards/classifications/frequently-asked-questions/burn-out-an-occupational-phenomenon

  4. World Health Organization (WHO). Mental health at work. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work

  5. Albulescu, P., Macsinga, I., Rusu, A., Sulea, C., Bodnaru, A., & Tulbure, B. T. (2022). “Give me a break!” A systematic review and meta-analysis on the efficacy of micro-breaks for increasing well-being and performance. PLOS ONE, 17(8), e0272460. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0272460

  6. National Health Service (NHS). Tiredness and fatigue. https://www.nhs.uk/symptoms/tiredness-and-fatigue/

  7. Galante, J., Friedrich, C., Dawson, A. F., Modrego-Alarcón, M., Gebbing, P., Delgado-Suárez, I., Gupta, R., Dean, L., Dalgleish, T., White, I. R., & Jones, P. B. (2021). Mindfulness-based programmes for mental health promotion in adults in nonclinical settings: A systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. PLOS Medicine, 18(1), e1003481. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003481

  8. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Depression. Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/depression.html

    Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell überarbeitet.

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